Willkommen bei Hans Dieter Schreeb

Arbeit und biografische Angaben

Sie erhalten hier einen Einblick in meine Arbeit und meine Biografie. Lesen Sie über meine Romane Primadonna, Hinter den Mauern von Peking, Hotel Petersburger Hof. Informieren Sie sich bitte über meine Arbeit für Funk, Fernsehen und Theater. Außerdem finden Sie hier alle Kontaktadressen, soweit sie für meine Arbeit wichtig sind.

 

Feuerblumen

Von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb Hardcover und Taschenbuch bei Ullstein Pressestimmen: Ulrich Struve unter dem Titel »Souveräne Unterhaltung« im ›Literatur-Café.de‹: »Das Autorenteam Thiemt und Schreeb blättert in diesem mitreißenden Schmöker Schritt für Schritt die Geheimnisse und Intrigen um Kaspar Hauser auf. Die erfundene Hauptfigur des Romans, der Notar Winzer, folgt zahlreichen Spuren, die Licht in das Dunkel der mysteriösen Herkunft des Findlings bringen könnten. Immer tiefer dringt Winzer in die Kreise der Verantwortlichen ein, bis er schließlich selbst zum Opfer der Verschwörung wird. Thiemt und Schreeb stützen sich auf die Erkenntnisse der historischen Hauser-Forschung, ohne je ihre Freude am Fabulieren zu verlieren. Winzer wird als Spielernatur, als Emporkömmling und Jakobiner gezeichnet, der sich auf Bitten der Großherzogin Stephanie um die Hintergründe des Falls bemüht. Deren Vorleserin wird Winzers Mätresse, zuerst als Entlohnung für riskante Recherchen, später aus Leidenschaft. Nach und nach versteigt sich Winzer so sehr in die abenteuerlichen Verwicklungen des Falls, dass ihn selbst seine Geliebte nicht mehr schützen kann. Als Winzers Hund vergiftet wird, als schließlich sein Haus niederbrennt, säen die Autoren Zweifel, ob es sich um Zufälle oder gezielte Warnungen der Verschwörer handelt. Das Grübeln und Kombinieren überlassen sie getrost dem Leser. Die Sprache des Romans ist den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts anempfunden, mit gelegentlichen antiquierten Wendungen aus der Welt des Hofes und der Kanzleien. Fast beiläufig, doch mit viel zeitgeschichtlichem Kolorit, erfährt man von den machtpolitischen Winkelzügen Napoleons, die Stephanie nach Baden brachten, von der ›bleiernen Decke‹ der Zensur, die auf ganz Deutschland liegt, und vom Elend der kleinen Leute. Auch über die ›Umtriebe der Demagogen und Demokraten‹, denen der Hauser-Fall gerade Recht kommt, die Fundamente der Fürstenherrschaft zu erschüttern, berichtet der Roman. Die Phantasie der Autoren erfindet dazu packende sinnliche Details.

Hinter den Mauern von Peking

Roman von Hans Dieter Schreeb, erschienen im August 1999‚ Ullstein Verlag, Berlin Taschenbuch ebenfalls bei Ullstein In diesem großen Roman um Liebe, Politik und Mord entsteht das China der Jahrhundertwende, beherrscht von Tz’u-hsi, der Konkubine auf dem Drachenthron, und erlebt vom deutschen Gesandten Alfons Mumm von Schwarzenstein, einem bedeutenden Diplomaten und außergewöhnlichen Mann. Pressestimmen: Frankfurter Allgemeine Zeitung: »Nach dem ›Bader von Mainz‹, ›Feuerblumen‹ und ›Hotel Petersburger Hof‹ ist es Hans Dieter Schreeb ein weiteres Mal gelungen, eine historische Epoche zu vergegenwärtigen. Überaus anschaulich und lebensprall schildert er das Schicksal seiner Figuren, mischt authentische Dokumente und Fiktion zu einem dichten Porträt einer faszinierenden Figur.« Bild am Sonntag: »Autor Hans Dieter Schreeb, bekannt durch ›Tatort‹-Drehbücher und seinen großen Roman ›Hotel Petersburger Hof‹, hat einen schillernden Polit-Krimi mit fundiertem historischen Hintergrund geschrieben. ›Hinter den Mauern von Peking‹ ist spannend bis zur letzten Seite.« Welt am Sonntag: »Dem Autor gelingt ein spannender historischer Roman, und mit der Figur des schwulen Gesandten Alfons Mumm von Schwarzenstein entsteht ein ambivalenter Charakter ... Anregende Unterhaltung.« Wiesbadener Kurier: »Viel Einfühlungsvermögen in einen fremden Kulturkreis schwingt im Rhythmus des Buches mit ... Ein unterhaltsam lehrreiches Buch und ein spannendes in seiner bruchlosen Kombination von Historie und Fiktion.« Bucharchiv: »Ein schillernder Polit-Krimi mit fundiertem historischem Hintergrund.« GayBooks: ›Eine gute historische Erzählung über ein fast vergessenes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte mit einem schwulen Helden und einer wunderschönen Liebesgeschichte.‹ Annette von Blomberg in ›read me.de (Intelligente Bücher für intelligente Leser)‹: »Eines der erstaunlichsten Bücher des Herbstes 99. Peking nach dem Boxeraufstand anno 1900. Aus der Sicht des deutschen Gesandten und der chinesischen Kaiserinwitwe. Großartig geschrieben - und spannend ... Ein Roman in der zurückhaltenden Sprache der Diplomatie, wie sie Alfons Mumm von Schwarzenstein, Gesandter des Deutschen Reiches in Peking direkt nach dem Boxeraufstand und der Ermordung seines Vorgängers, wohl in seinen offiziellen Briefen benutzt hat. Ein Roman, in dem ekstatische Liebe und herzzerreißende Trauer hinter dieser Nüchternheit verborgen werden. Trotzdem: ein großartiger Roman, der mehr fesselt als Stephan King (mich zumindest). Vielleicht weil die echten Namen echter Diplomaten und Menschen jeder Zeit verwendet werden.

Denk jetzt nicht du kannst schon alles

Autobiografie. Marie-Luise Marjan mit Hans Dieter Schreeb ErM.L.Marjanschienen im August 2000 bei vgs, Köln Leserurteil bei amazon.de »Ich war erst ein wenig skeptisch, als ich dieses Buch in die Hand nahm, aber dann hatte ich ein richtiges Schlüsselerlebnis. Ich kannte Mutter Beimer ja schließlich nur aus der ›Lindenstraße‹. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass Frau Marjan mit den größten Intendanten und Regisseuren des deutschen Theaters gearbeitet hat, und ich war wirklich beeindruckt. Ein wirklich überraschendes und schönes Buch!« Leseprobe: »Um Schwester Malwine war meistens ein Hauch von Desinfektionsmitteln. Zuerst dachte ich, das hinge mit dem gechlorten Wasser im Schwimmbad zusammen. Dann fiel mir jedoch auf, dass unsere gemeinsame Toilette immer blitzblank war. Und als sie mich zum ersten Mal zum Tee auf ihr Zimmer einlud, entschlüsselten sich alle Geheimnisse. Sie öffnete ihren Putzschrank und ließ mich einen Blick auf ihre Vorräte tun. Da standen alle nur denkbaren Reinigungs- und Desinfektionsmittel, aufgereiht wie in einer Drogerie. Es fehlte nichts - Fleckwasser und Soda, Ata, Leinöl, Salmiakgeist, Waschbenzin, Weingeist, Scheuerpulver für Kupfer- und Messingsachen, Lotionen für Silber- und Goldwaren, Unkraut- und Ungezieferbekämpfungsmittel. Sogar Salzsäure war vorhanden. Mit einem Wort, sie ließ mich einen Blick ins Paradies eines Putzteufels tun. Sie bemerkte mein ungläubiges Staunen und belehrte mich: »Äußere und innere Sauberkeit gehören zusammen, Fräulein Marie-Luise! Eins ist nicht ohne das andere zu haben!« Nachdem ich endlich stolze Besitzerin eines Klappsofas geworden war, kam Schwester Malwine gelegentlich auch zu mir. Sie wusste fesselnd von West- und Ostpreußen zu erzählen, von ihrer Kindheit, von Polen und Russen, von Pferden und der Pferdezucht, auch von ihrer Flucht im Pferdewagen. Den Pferdewagen hatte sie natürlich selbst gelenkt. Sie hatte schreckliche Dinge erlebt, sprach darüber aber mit der Sachlichkeit eines Arztes nach der Operation. Es war schier unerträglich, was man den Flüchtlingen angetan hatte, und ebenso unerträglich war, was sie sich in ihrer Verzweiflung gegenseitig angetan hatten. Von den vielen schrecklichen Geschichten ist mir eine in besonderer Erinnerung geblieben. Während der Flucht mit dem besagten Pferdewagen hatte man Schwester Malwine die pelzgefütterten Handschuhe gestohlen. Bei der Eiseskälte, die im Januar und Februar 1945 herrschte, wäre daran beinahe ihre ganze Flucht gescheitert.

ADA: Kochbücher - und Gottfried Benn

Der Sammler Walter Putz

Walter Putz, ein schlanker Mann Anfang der Siebzig, mit der Gewandtheit und der Diskretion eines klassischen Oberkellners, auch mit dessen eleganter Höflichkeit, hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine Sammlung von Kochbüchern aufgebaut, wie man sie in dieser Qualität in Deutschland oder in den deutschsprachigen Ländern nicht leicht ein zweites Mal findet. Sie umfasst etwa dreitausend Bücher, davon einige handgeschriebene. Putz selbst nennt seine Sammlung ›geschliffen‹.

Eine solche Übereinstimmung zwischen einem Menschen, seinem Beruf und seiner Passion, wie sie sich in Walter Putz vereinigt, wird man ebenfalls nur mit Mühe ein zweites Mal finden. Walter Putz ist durch seinen Beruf an die Bücher gekommen und man denkt, seitdem er die ersten Raritäten in der Hand hatte, hat er seinen Beruf nur noch ausgeführt, um leben und sich Bücher kaufen zu können. Mit einem Wort, er ist der Sammler, wie man ihn in dieser Reinheit nicht mal im Lesebuch findet.

Ehe man über seine Bücher spricht, muss man deswegen über sein Leben reden. Walter Putz wurde 1924 in Niederschlesien geboren; genauer gesagt in Bad Altheide, einer ländlich-beschaulichen 4000-Einwohner-Gemeinde in der ehemaligen Grafschaft Glatz, geschätzt wegen ihrer eisenhaltigen Quellen. Breslau war hundert Kilometer entfernt, aber schon die ferne, weite Welt. Auch 1938, als der vierzehnjährige Walter aus der Schule kam, waren Lehrstellen knapp. Der Vater war Fuhrmann, aber die energische Mutter hatte in der Familie das Heft in die Hand. Sie schrieb eine Bewerbung an ein Breslauer Hotel‚ ›Hotel Vier-Jahreszeiten‹, ein erstes Haus am Platze, und als ein Termin zur Vorstellung genannt wurde, war das schon wie halb gewonnen. Mutter und Sohn stellten sich vor, der Junge wurde akzeptiert und begann als Page; ein halbes Jahr später war er im Service.

Millionenstudien

Hans Dieter Schreeb macht auf Multatuli neugierig: Der große niederländische Autor Multatuli – eigentlich Eduard Douwes Dekker – hat ab 1870 rund zehn Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbracht und hier einen beträchtlichen Teil seiner Werke geschrieben. Unter anderem Zeitungsfeuilletons über Wiesbaden und die Wiesbadener Spielbank, damals und heute eine der schönsten Europas. Mutatulis Zeitungsartikel kamen 1874 unter dem Titel ›Millionenstudien‹ zum ersten Mal auf holländisch heraus, um 1904 auf deutsch. Die Skizzen zeigen Spieler – und zwar Gewinner und Verlierer –, überhaupt das Leben in der Spielbank in wunderbarer Genauigkeit und erstaunlicher Frische. Eine elegante Geschenkausgabe bringt jetzt Auszüge aus den ›Millionenstudien‹ und eine Lebensbeschreibung Multatulis sowie einen kurzen Abriss der Geschichte der Wiesbadener Spielbank. Diese neue Ausgabe von Hans Dieter Schreeb soll für den in Deutschland noch immer nicht bzw. nicht mehr recht gewürdigten Autor werben. Multatuli (sein Pseudonym ist lateinisch und bedeutet so viel wie: ›Ich habe viel getragen; viel ertragen‹) gehört zu den Grossen der Weltliteratur. Man übertreibt nicht, wenn man ihn einen legitimen Nachfolger von Sterne, Jean Paul oder Lichtenberg nennt und als Vorläufer eines James Joyce, eines Italo Svevo betrachtet. Neben den ›Ideen‹, einem schier unausschöpfbaren siebenbändigen Werk, ist Multatuli mit dem Roman ›Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft‹ zu Weltruhm gelangt. In Deutschland war Multatuli um die Jahrhundertwende von 1900 wirklich populär, der ›Max Havelaar‹ wurde damals in großen Auflagen gedruckt. Sigmund Freud und die Manns gehörten zu Multatulis begeisterten Lesern.

FR: Viel Sorge, viel Kummer und Bitternis ...

Über Elisabeth von Heyking

Am 25. September 1897 schrieb Elisabeth von Heyking, geborene von Flemming, in ihr Tagebuch: „Viel Sorge, viel Kummer und viel Bitternis gegen diese neue Ungerechtigkeit, daß wir als letzte Flemmings von den ganzen Flemming‘schen Gütern auch nicht das kleinste Eckchen haben werden. Mit einem Federstrich hätte uns der Onkel von all unseren Sorgen erlösen können....“

Und ein paar Zeilen weiter, immer noch unter dem Datum des 25. Septembers, präzisiert sie ihre Lebensangst: „Einerseits Geldsorgen, quälende Gedanken über die Zukunft der Kinder, gänzliche homelessness, andererseits dienstliche Kränkungen; fortwährendes Schieben an einem Stein, der nicht rollen will; wissen, was Deutschland hier not täte, aber es nicht ausrichten dürfen; sich immer wieder stoßen an kleinen gemeinen Seelen, die aber eine unterirdische Macht besitzen; dazu eine gänzlich aufgeriebene, zerrüttete Gesundheit und täglich mehr zunehmende Schwermut. O Gott, hilf uns!“

Das sind zwar leicht nachzuvollziehende Sorgen. Man vermutet sie aber nicht bei der Ehefrau eines deutschen Gesandten. Ihr Mann, Edmund von Heyking, war nämlich zu der Zeit – präzise von 1896 bis 1899 – der Bevollmächtigte des Deutschen Kaiserreichs am Pekinger Hof. (Sein Nachfolger, Freiherr von Ketteler, wurde 1900, zu Beginn des ‚Boxeraufstands‘, auf offener Straße erschossen. Angeblich seinetwegen setzte das Reich eine Armee gegen China in Marsch.)

Die Frau, die sich solche Sorgen um die Zukunft machte, gab sich nach außen als patent, energisch; sie wollte ihrem Mann beistehen, wie es nur ging, und erledigte auch wirklich routiniert die üblichen Pflichten einer Diplomatenfrau. Sie machte sogar etwas mehr als sie musste und sollte. Das ging soweit, dass sie eigenhändig die Chiffriermaschine bediente und die Depeschen mit dem Vermerk ‘Nur vom Gesandten persönlich zu dechiffrieren‘ knackte.

FAZ: Formel 1 bis Englisch in der U-Bahn

Die Moskauer Stadtverwaltung will den Tourismus fördern

Moskau bleibt Moskau: Noch immer vertrauen das Land und die Stadt auf den Plan, Moskau wurde im Jahr 1990 von rund fünf Millionen Touristen besucht.Heute sind es eine Million jährlich, im Jahre 2010 sollen es wieder fünf Millionen sein. So sieht es ein Zehnjahresplan vor, den sich der umtriebige Moskauer Bürgermeister Luschkow und die erkennbar tüchtige Moskauer Stadtverwaltung - »Stadtregierung«, wie die offizielle Bezeichnung heißt - vorgenommen haben.

Nach Einschätzung des Touristikkomitees der Stadtverwaltung ist das Ziel zu erreichen - sogar ein noch weit ehrgeizigeres: Nach einer Prognose der Welttouris­musorganisation werde Moskau im Jahre 2020 zu den zehn Städten auf der Welt gehören, die die meisten Touristen anziehen. Der Tourismus soll mithin eines der wichtigsten Elemente der ökonomischen Entwicklung Moskaus werden. Schon heute ist zu erkennen, wie wichtig er für das wirtschaftliche Leben der Stadt ist. Entsprechend werden zehn Prozent der Stadtfinanzen für die Erhaltung und Wiederherstellung der Sehenswürdigkeiten
ausgegeben. Daß die Schwerindustrie aus der Stadt verlagert wurde, hat seinen Grund zwar nicht allein in dem Bemühen, Touristen anzuziehen, aber auch. In Zukunft will man vor allem auf rauchlose High-Tech-Industrie setzen und eben auf Touristen.

Wladimir Schanzew, der Stellvertreter des Moskauer Bürgermeisters, ist überzeugt, schon heute könne Moskau – was Attraktionen und Preise angehe - mit den Weltstädten des Westens mithalten. Tatsächlich mangelt es nicht an Kunst, fein herausgeputzten Zeugnissen der Geschichte, Luxusrestaurants und Vier- und Fünf-Sternehotels. Insgesamt stehen in diesen Kategorien gegenwärtig an die zweihundert Hotels mit etwa siebentausend Zimmern zur Verfügung. Alle großen internationalen Ketten unterhalten in Moskau Häuser oder kommen demnächst. Die amerikanische Kette ›Marriott‹ führt gleich drei und will weiter expandieren; Kempinski betreibt nicht weit vom Roten Platz entfernt das luxuriöse ›Balchug Kempensky‹. Das traditionsreiche Hotel ›National‹ stammt noch aus der Zarenzeit, ist aber auf den allerneuesten Stand gebracht und wegen seiner Pracht und seinem Service berühmt. Es gehört dem Zusammenschluss der ›Leading Hotels of the World‹ an.

Cicerone zwischen zwei Buchdeckeln

Die handgeschriebenen Pilgerleitfäden, die ersten Itinerare oder Baedekers gründliche Handbücher für den "gebildeten Reisenden": Sie alle vermitteln viel vom Geist ihrer jeweiligen Zeit und Gesellschaft.

In einem Reiseführer aus dem Jahr 1688 wird empfohlen: Sollte es nicht möglich sein, das eigene Bett auf die Reise mitzunehmen, dann möge der Reisende wenigstens ein Faltbett bei sich haben. In jedem Fall sollte er eigenes Bettzeug mit sich führen. Bettdecken und Betttücher der Gasthäuser seien im allgemeinen schmutzig und/oder von Läusen und Wanzen bewohnt. Und ein weiterer Tip aus demselben Buch: Der Reisende sollte immer ein Schloß oder wenigstens eine Eisenstange im Gepäck haben, damit er nachts die Schlafzimmertür von innen versperren könne. So erspare man sich unangenehme Überraschungen. Angenehme natürlich auch. Ein anderer Reiseführer aus der Zeit, der Keyssler, ein Vorläufer des Baedekers, schlägt in dieselbe Kerbe. Er beschwert sich, daß viele Gastwirte die unangenehme Neigung hätten, dem Gast partout ein ›garniertes‹ Bett aufzudrängen - also Bett plus Bettgefährtin. Aus praktischen Gründen war die Zugabe im allgemeinen eines der Haus- und Zimmermädchen.

Da der Reisende leicht in Gegenden mit »äußerst eigenartigen« Sitten und Gebräuchen kam, mit sehr unterschiedlichem Essen und in jedem Fall mit gänzlich anderem Geld, war es ratsam, sich einem kundigen Führer anzuvertrauen. Goethe notiert im Tagebuch seiner ›Italiänischen Reise‹ unter dem 4. Oktober 1786: »Ich habe jetzt einen Lohnbedienten. Einen trefflichen Alten. Einen Teutschen, der mir täglich was er mich kostet erspart. Er ist mit Herrschaften durch ganz Italien gegangen und weis alles recht gut. Er dressirt die Italiäner, auf die rechte Weise. So gibt er Z.E. genau das wenigste Trinckgeld an jedem Orte, ich muß überall für einen Kaufmann passieren.«

Mdt: Die Katze der Bismarck

Unglaubliches Katzenschicksal - Dreimal gerettet

Katzen haben sieben Leben, sagt man. Mindestens vier hatte der Kater ›Oskar, das Maskottchen des deutschen Schlachtschiffs ›Bismarck‹.

Als das Schlachtschiff am 17. Mai 1941 nach schweren Gefechten manövrierunfahig sank, wurden von 2 400 Seeleuten nur 116 gerettet - und Kater Oskar. Stunden nach dem Untergang suchte der britische Zerstörer ›Gossack‹ die See nach Überlebenden ab. Dabei entdeckte man die auf einem Brett treibende Schiffskatze. Die ›Gossack‹ stoppte ihre Fahrt, das vor Kälte, Nässe und Angst halbtote Tier wurde an Bord geholt, ohne Zweifel ein ungewöhnliches Manöver eines Kommandanten im Kampfgebiet. Damit begann Oskar seinen Dienst bei der Royal Navy als ›the Bismarck’s Cat‹.

In der Nacht des 24. Oktober desselben Jahres wurde der Zerstörer ›Gossack‹ von einem deutschen U-Boot versenkt. Wieder gehörte Oskar zu den wenigen Besatzungsmitgliedern, die aus dem Wasser gezogen wurden. An Bord eines anderen Zerstörers landete der Kater in Gibraltar. Von hier aus ging’s auf den Flugzeugträger ›Ark Royal‹.

Nach allem, was man weiß, fühlte sich Oskar hier sicher. Doch am 13. November 1941 wurde auch der Flugzeugträger versenkt. Und ein drittes Mal wurde die ›Katze der Bismarck‹ gerettet. Seeleute sind abergläubisch und deswegen wollte niemand den schwarzen Kater mehr mit an Bord nehmen. Die Fahrenszeit von Oskar war damit zu Ende. Er wurde nun Mäusejäger in den Amtsräumen des Hafenkapitäns von Gibraltar. Seine letzte Seereise trat er an, nachdem er altershalber ›ausgemustert‹ worden war; da brachte man ihn ins Seemannsheim von Belfast in Nordirland. Dort starb er 1955.

PS: Das Porträt von Oskar, der Bismarck-Katze, hängt heute im National Maritime Museum in Greenwich.

Erschienen in: Magazin der Tierfreunde, Nr. 4, 98

Nasse Welten (1.)
Wie ein Fisch im Wasser

Alles Leben kommt aus dem Wasser. Das hat man in der Schule gelernt. Irgendwie hat also auch die menschliche Existenz mit dem Meer zu tun. Aber die Welt des Wassers ist uns fremd – die der Meere und die der Flüsse. Genau genommen haben die meisten Menschen (Aquarianer ausgenommen) kaum eine Ahnung von der geheimnisvollen Welt, in der Fische leben, und den erstaunlichen Fähigkeiten der Fische.

Duell zu Dritt

Heitere Gaunergeschichten Dreizehn Folgen, ZDF Seltsam, welche Gäste Mr. Baker in seinem Grandhotel beherbergt! Da ist zum Beispiel kürzlich dieser Jerry Hoover eingetroffen – ein alter Bekannter des Hoteldirektors aus dessen dunkleren Tagen. Jerrys Tatendrang ist kaum zu bremsen, jedenfalls nicht, was das Anbohren neuer Geldquellen betrifft. Nur mit der Mafia hätte er sich besser nicht anlegen sollen ... Mit Vera Tschechowa Diese Serie wurde unter dem Titel ›Mein lieber Scholly‹ auch als Hörfunk-Serie ausgestrahlt (Südwestfunk). Leseprobe aus dem ›Fernseh-Buch‹: 1927. Die Riviera gewöhnte sich erst langsam daran, dass es auch eine Sommer-Saison geben sollte. Staunend oder amüsiert, je nach Temperament, sahen die Rentner an der ›Promenade des Anglais‹ in Nizza verrückte junge Leute, die sich im Sand braten ließen. Die ersten, die die neuen Möglichkeiten begriffen, waren die Besitzer der Hotelpaläste an der Küste. Mochte es nun verrückt sein oder nicht, in der Julihitze am Strand zu liegen - in der Nacht brauchte auch der Verrückteste ein Bett. So hatte das Hotel ›Bristol‹ in diesem wunderschönen Sommer geöffnet, zum erstenmal in den vierzig Jahren seiner Existenz. Der Riesenkasten trug immer noch seine Sterne im Reiseführer, aber wohl mehr aus Gewohnheitsrecht. Die Zeiten, in denen verschwenderische russische Großfürsten das Haus mit ihrem Besuch beehrt hatten, waren lange vorbei. Für die Großfürsten auch. Sie standen jetzt als Taxifahrer vor dem Hotel und warteten auf amerikanische Touristen. Amerikaner waren nun die Könige der Riviera. Zwar wagten sich die Könige in Bermuda-Shorts und kurzärmeligen, bunten Hemden nur tastend in ihrer neuen Provinz umher. Die im Dienst ergrauten Portiers, Kellner und Chefs de Rang flößten ihnen mehr Ehrfurcht ein als Buffalo Bill, Doc Holliday und alle Indianer zusammen. Aber gerade diese Ehrfurcht machte sie beim Personal beliebt. Und ihre Dollars natürlich.