Hörbücher
Hans Dieter Schreeb hat 2005 neben dem Hörbuch ›Lilo Kaminski‹ drei weitere Hörbücher für die Berliner Produktion ›wortstark‹ verfasst: ›Hauptsache, wir lieben uns‹, eine Komödie um Liebe und Weihnachten nach dem gleichnamigen Theaterstück des Autors, ›Last Minute‹, eine Komödie um Liebe und vier Frauen, ebenfalls nach einem Theaterstück des Autors, und ›Spurensuche‹, eine Tragödie nach dem gleichnamigen Theaterstück von Francis C. Winter.
Mein lieber Scholly
In der Reihe Hörbuchdownload - SWR Edition (›Kultur neu entdecken‹) erschien 2021 die Hörspiel-Reihe ›Mein lieber Scholly‹ von Hans-Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb, ursprünglich für den Südwestfunk produziert und im Programm ›Für junge Hörer‹ ausgestrahlt.
Worum geht’s? Ein Gast namens Scholly hat sich mit seiner Frau in einem Hotel einquartiert. Er ist ein Freund des Hoteldirektors, benimmt sich aber unmöglich. Seine Erlebnisse werden in dreizehn Hörspiel-Folgen zusammengefasst: Die versteckte Beute, Die alte Schrapnelli, Nr.4 in Chicago, Das Medaillon, Alles streng geheim, Die Bienenkönigin, Rocco Missa, Der Blumen-Dreier, Das Fünfer-System, Arm, aber ehrlich, Kapaun a la Scholly, Geteiltes Leid, Das Ruhekissen.
Regie: Lothar Schluck, Sprecher u. a. Ralf Wolter und Klaus Havenstein.
Urteil von SWR2: »Eine amüsante Hörspielreihe für die ganze Familie!«
Pressestimmen zu Lilo Kaminiski
Mit Lilo Kaminski ins Gespräch zu kommen, ist nicht schwer. Sie redet wie ein Buch. Dem Herrn, dem sie Mitte der siebziger Jahre während der Bayreuther Festspiele im Restaurant begegnet, erzählt sie ihr Leben. Der Part ihres Gegenübers bleibt aufs Zuhören beschränkt. Hin und wieder murmelt er einige Höflichkeitsfloskeln. Er scheint sich zu wundern über diese Frau. Dem Sog der Erzählung kann er sich nicht entziehen. Lilo Kaminski stammt wie ihr Schöpfer, der Wiesbadener Autor Hans Dieter Schreeb, aus dem Rheingau. Das heimische Rüdesheim verlässt sie im kalten Februar 1941, als sie ihrem Mann, dem SS-Arzt Herbert Kaminski, ins Generalgouvernement folgt. Dort hat sich der NS-Propagandist der ersten Stunde in einem Kurort in der Nähe von Lublin gleich drei Sanatorien unter den Nagel gerissen. Die naive Lilo, die sich auf der Fahrt nach Lublin in einen Geschäftsmann verliebt, begreift erst nach und nach die mörderische Realität in dem von den Deutschen beherrschten Teil Polens. Und so ganz genau will sie eigentlich nicht wissen, was ihr Mann meint, wenn er Andeutungen macht, dass mit den Juden bald endgültig aufgeräumt werde. Sie erzählt von den Gräueln, deren Zeuge sie wurde, wie von einem bösen Traum, gegen den man nichts machen kann. Hans Dieter Schreeb ist ein vielseitiger und produktiver Autor, sattelfest in den unterschiedlichsten Genres. Er hat hessische Mundartstücke und ›Tatort‹-Krimis geschrieben, Vorabendserien und historische Romane. Mit ›Lilo Kaminski‹widmet er sich zum ersten Mal dem Hörbuch als Primärmedium. Die Kaminski gibt es nur auf CD. Drei Stunden muss man sich Zeit nehmen für die Geschichte, für Lilos monologische Lebensbeichte, in die sparsam als Rückblenden Hörspiel-Szenen einmontiert sind. Die simple Dramaturgie lässt die Leistungen der Sprecher glänzen. Der erzählenden Lilo gibt Karen Böhne die Stimme. Wer sie nur als Gefängnisdirektorin aus der RTL-Serie ›Hinter Gittern‹kennt, mag überrascht sein, wie souverän sie die Textmasse unter Spannung hält. Die junge Lilo wird von der Burg-Schauspielerin Nicola Kirsch gesprochen, ihre Freundin Hanny von Katy Karrenbauer, der Knast-Lesbe aus der RTL-Serie. In den Männerrollen sind Gedeon Burkhard und Sylvester Groth mit von der Partie. Man kann an dieser Besetzung ablesen, dass Schreeb auch ein vielfältig vernetzter Organisator ist. Mit seiner Stoffwahl beweist er Gespür für kommende Themen.
Lilo Kaminski
Ein Hörbuch von Hans Dieter Schreeb
Dieses Hörbuch erzählt eine Liebesgeschichte in einem bizarren Land und zu einer erschreckend bösartigen Zeit. Es erzählt von der Liebe einer jungen verheirateten Frau zu einem Mann, den sie kaum kennt und von dem sie selbst dann wenig erfährt, als sie mit ihm zusammen ist.
Die Geschichte spielt im ›Generalgouvernement‹, einem ›Nebenland‹ des Deutschen Reiches, 1939 entstanden, noch vor Kriegsende wieder versunken und großenteils vergessen. Die meisten heute lebenden Deutschen haben nie davon gehört, und selbst wenn, haben sie nur eine undeutliche Vorstellung davon. Auch in der Literatur taucht das ›Generalgouvernement‹ kaum auf, sieht man von einigen wissenschaftlichen Studien ab.
Dabei war dies das Land des Todes – Millionen Menschen wurden hier ermordet. Selbst im Alltag herrschte im Generalgouvernement der nackte Terror, das kalte Grauen.
Aber sogar hier konnte man sich sein Leben einrichten, konnte feiern, Karriere machen, reich werden – und lieben.
Der Inhalt
Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt: Einmal von Lieselotte Kaminski, 1976 eine Frau ›in den besten Jahren‹ und offenbar alleinstehend, und einmal von der jungen Lilo. Als sie 1941 ins ›Generalgouvernement‹ kommt, ist sie vierundzwanzig, blond, lebenshungrig und unerfahren. Wenige Monate später ist sie ein anderer Mensch, geprägt von dem, was sie erlebt hat – und von ihrer Liebe zu Rolf Nagel, dem ›anderen Mann‹.
Das Wichtigste das ich je gemacht habe: Lilo Kaminski
Anfang Dezember 2005 erschien bei ›wortstark‹ das Hörbuch ›LILO KAMINSKI‹ von Hans Dieter Schreeb. ›wortstark‹ ist das neue Hörbuch- und Literatur-Label von Deutschlands ältestem Bühnen- und Medienverlag – von Felix Bloch Erben, Berlin. Nach der Startproduktion Gerhart Hauptmanns ›Bahnwärter Thiel‹, gelesen von Mario Adorf, ist ›Lilo Kaminski‹ das neue Highlight im ›wortstark‹-Programm. Und für den Autor Hans Dieter Schreeb ist ›Lilo Kaminski‹ »das Wichtigste, das ich je gemacht habe«.
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»Mein Hörbuch erzählt eine Liebesgeschichte in einem bizarren Land und zu einer erschreckend bösartigen Zeit. Es erzählt von der Liebe einer jungen verheirateten Frau zu einem Mann, den sie kaum kennt und von dem sie selbst dann wenig erfährt, als sie mit ihm zusammen ist«, beschreibt der Schriftsteller, Drehbuch-, Theater- und Hörspielautor Hans Dieter Schreeb sein neues Werk. »Die Geschichte spielt im Generalgouvernement, einem ›Nebenland‹ des Deutschen Reiches, 1939 entstanden, noch vor Kriegsende wieder versunken und großenteils vergessen. Die meisten heute lebenden Deutschen haben wahrscheinlich nie davon gehört, und selbst wenn, haben sie nur eine undeutliche Vorstellung davon. Auch in der Literatur taucht das Generalgouvernement kaum auf, sieht man von einigen wissenschaftlichen Studien ab. Dabei herrschte in diesem Land und selbst im Alltag des Generalgouvernements damals das kalte Grauen – unzählige Menschen fanden den Tod«, so Schreeb, »aber sogar hier konnte man sich sein Leben einrichten, konnte feiern, Karriere machen, reich werden – und lieben.«
Hans Dieter Schreeb arbeitet seit 1963 als freier Autor. In langer Zusammenarbeit mit seinem Partner Hans Georg Thiemt entstanden viele populäre Fernsehspiele und Serien (›Tatort‹ u. a.) und zahlreiche Hörfunkserien. Schreeb schrieb außerdem die Romane ›Hotel Petersburger Hof‹, ›Hinter den Mauern von Peking‹, ›Primadonna‹, ›Feuerblumen – Das Geheimnis des Caspar Hauser‹ sowie ›Der Bader von Mainz‹ (12 Auflagen!). Der Schriftsteller wurde 2005 mit dem Kulturpreis seiner Heimatstadt, der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet.