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67 °C
Kurz vor Weihnachten 2018 erschien das ungewöhnliche Buch ›67 °C – Wiesbadener Erinnerungen‹. Es berichtet in zahlreichen Artikeln etlicher Autoren über zweihundert Jahre Taunusstraße in Wiesbaden und damit über zweihundert interessante Jahre der Stadt. Herausgeber des sehr vielseitig illustrierten Werks sind Dirk Becker und Detlef Schaller (Verlag VivArt).
Auch Hans Dieter Schreeb, sozusagen fünfzig Meter von der Taunusstraße entfernt aufgewachsen, hat einige Beiträge dazu geschrieben. Um in seiner Darstellung über die reine Dokumentation hinauszukommen, hat er eine reiche, schlesische Familie Gottsche aus Glogau erfunden, die drei Mal im 20. Jahrhundert in Wiesbaden weilt. Die Herausgeber haben diesen Part so vorgestellt: »Fjodor Dostojewski hat den größten Teil seines Werks, noch vor der Publikation in Buchform, in Zeitschriften veröffentlicht. Außer ›Der Spieler‹ (1866), der größtenteils in Wiesbaden angesiedelt ist, erschienen alle seine Romane zunächst als Feuilletonromane, so unter anderem ›Schuld und Sühne‹ (1866), ›Der Idiot‹ (1868), ›Die Dämonen‹ (1871) und ›Die Brüder Karamasow‹ (1879-1880) in der Zeitschrift ›RuskiWestnik‹ (Russischer Bote). Auch die bekannten russischen Autoren wie Iwan Turgenjew und Lew Tolstoi veröffentlichten ihre weltberühmten Romane zuerst im ›Russischen Boten‹. Dostojewski schrieb meist unter mehr oder weniger großem Termindruck, das heißt, während die ersten Kapitel bereits gedruckt wurden, hatte er spätere Kapitel zwar schon konzipiert, aber noch nicht geschrieben.
Der vielseitige Wiesbadener Autor und Kulturpreisträger der Stadt, Hans Dieter Schreeb (›Hotel Petersburger Hof‹, ›Gute Jahre‹, ›Die Krone am Rhein‹, ›Hinter den Mauern von Peking‹, ›Primadonna‹, ›Kaiserzeit‹, ›Tell – Das Musical‹ und viele andere Romane und Stücke mehr), lebt seit einiger Zeit in Berlin und schickt monatlich aktuelle Berichte aus der Hauptstadt, die in der Wiesbadener Tageszeitung veröffentlicht werden. In diesem Buch über die Taunusstraße finden Sie erstmalig eine abgeschlossene Fortsetzungsgeschichte von Hans Dieter Schreeb.«
Hotel Petersburger Hof
Roman von Hans Dieter Schreeb Scherz Verlag, Bern, 542 Seiten. Die Taschenbuch-Ausgabe bei Knaur, sowie die Paperback-Ausgabe bei Corso sind derzeit vergriffen. Der Roman erscheint demnächst in einer Neuauflage. ›Hotel Petersburger Hof‹ wurde von den Lesern und der Presse auffallend positiv aufgenommen. Pressestimmen: Sehr zustimmende Artikel erschienen u. a. in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, in der Frankfurter Rundschau, der Brigitte (Dossier der schönsten Bücher 1996), der HÖRZU, der Bild am Sonntag und in der Welt am Sonntag. Frankfurter Allgemeine Zeitung: »Die Handlung wird spannungsvoll und höchst unterhaltsam erzählt, entwickelt sich wie selbstverständlich aus den großen und kleinen Mühen oder Glückszuständen. Und in die Weltereignisse werden die vielen kleinen, wahr erscheinenden privaten Geschichten eingelegt wie bunte Steine in eine bekannte große Mosaikarbeit.« Bild am Sonntag: »Schreeb schönt nicht, schildert seine Protagonistin durchaus realistisch - als starke, kämpferische Frau, die auch berechnend und skrupellos sein kann.« Welt am Sonntag: »Fernseh- und Hörfunk-Autor Hans Dieter Schreeb schreibt seine Romane mit jener Leichtigkeit, die im Fernsehen so oft in den Kitsch abrutscht. Hier aber wird die Grenze nie überschritten.« Die Zeitschrift HÖRZU bewertete das Buch mit vier Sternen: »Ein starker Typ, diese Frieda, um die sich das interessant besetzte Gesellschaftskarussell in »Hotel Petersburger Hof« dreht. Ein pralles Lesevergnügen.« In der Bestenliste der Zeitschrift ›Familie & Co‹ wurde ›Hotel Petersburger Hof‹ auf Platz 1 gesetzt. Der Norddeutsche Rundfunk empfahl das Buch als ein »farbenprächtiges und lebendiges Gesellschaftspanorama« und als »spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen«. Der Rundfunksender ›Antenne Ruhr‹ bezeichnete den Roman in seiner Besprechung als einen ›Glanzpunkt dieses Bücherherbstes‹. Der Südkurier: »Für eine seltene Tugend in der deutschen Literaturlandschaft ist Hans Dieter Schreeb bekannt: Unterhaltung auf hohem Niveau ... Faszinierend an dem Buch ist neben den von Schreeb wie selbstverständlich geschilderten historischen Begebenheiten in der Hauptsache die soziale Vielschichtigkeit der Akteure, eben der echte Reiz einer Kurstadt, wo sich tout le monde trifft.« Rudolf Scharping im ›Vorwärts‹: »Viel mehr als die einzelnen politischen Ereignisse selbst bestimmen deren soziale Folgen das Leben der Menschen.
Neuer Roman in Arbeit: ›Äquatortaufe‹
Hans Dieter Schreeb arbeitet an seinem neuen Roman ›Äquatortaufe‹.
Suchte man für dieses Buch einen Untertitel, so könnte er lauten: ›Liebe in wirren Zeiten‹.
Im Kern wird das Schicksal zweier Frauen erzählt: das von Nelly Caspary und ihrer beinahe gleichaltrigen Nichte Karla Marché. Und erzählt werden die vierzig Jahre zwischen 1914 und 1954.
Der Roman zeigt Frauen, die sich alles von der Liebe und den Männern erwarten, und Männer, die sich ihr Glück von der Politik und in der Politik erhoffen.
Die Geschichte ist, beinahe zu gleichen Teilen, in Deutschland und in Brasilien angesiedelt. Genauer gesagt: Sie spielt zu großen Teilen in Ingelheim am Rhein, einer alten Weinbaugemeinde in Rheinhessen, und in Rio Grande do Sul, der südlichsten Provinz Brasiliens, einem wilden, rauen Land. Hier wie da sind die handelnden Personen zum größten Teil Deutsche. Das Brasilien, das gezeigt wird, ist genau so vergangen wie das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich. Ja, selbst die Fünfziger Jahre haben sich bereits verflüchtigt und nur einige Klischees hinterlassen wie das ›Wunder von Bern‹ und die ›Buttercreme-Torte‹. Entsprechend wird für die jüngeren Leser vieles neu sein, bei den älteren wird sich ein ›Deja-vu‹-Erlebnis einstellen.
Insgesamt ist die Geschichte wie die beschriebene - Tragödie und Komödie gleichzeitig. Alles ist überspitzt und überhitzt. Wirre Zeiten sind eben unübersichtlich, gewalttätig, chaotisch, und die Menschen, die sie erleben, werden unweigerlich in die allgemeinen Narreteien verstrickt, die später von den Schulkindern als ›Weltgeschichte‹ gepaukt werden müssen.
Oder, wie es Joseph Joubert formuliert hat: »Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit, der Reiche seines Reichtums und der Unschuldige seines Lebens nicht sicher ist.«
Nelly Caspary wird - sozusagen durch Zufall - Anfang April 1914 in der Nähe von Bento Gonçalves in der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul geboren, auf dem Weingut ihres Halbbruders Viktor Caspary und ihrer Schwägerin Téris.
Sie wächst teils in Brasilien, teils in Deutschland auf. Als Erwachsene ist Nelly eine kleinere, muntere Frau, unkonventionell, mutig und immer für die Liebe bereit.
Der Bader und seine Töchter – jung wie eh und je
Der Roman »Der Bader von Mainz« hat seit seinem Erscheinen im Jahr 1988 seine Leser überzeugt. Jetzt, zwanzig Jahre nach dem ersten Erscheinen in einer Hardcover-Ausgabe, brachte die Allgemeine Zeitung, Mainz, sozusagen die für den Bader zuständige Lokalzeitung, eine weitere Besprechung des Romans. Sie finden diese Besprechung unter Bücher – Der Bader von Mainz auf dieser Website. Der Roman ist als Ullstein-Taschenbuch in jeder Buchhandlung zu haben. Und natürlich im Internet.
Wieder im Handel "Die Krone am Rhein - Geschichte und Geschichten eines weltberühmten Hotels"
Das Hotel ›Krone‹ in Assmannshausen blickt auf fünfhundert Jahre Geschichte zurück. Hans Dieter Schreeb hat diese Geschichte aufgeschrieben. Er erzählt von den Menschen, die dieses Haus geführt haben und von denen, die hier zu Gast waren. Er berichtet von harten und glücklichen Zeiten, von Erfolgen und Niederlagen. Aber es ist nicht nur die Geschichte eines Hotels, die hier erzählt wird, sondern die Geschichte einer ganzen Region, dem Rheingau, zu dem die ›Krone‹ heute genau so selbstverständlich gehört wie die Loreley oder der Mäuseturm.« Zum Inhalt des Romans: Im Jahre 1541 lässt sich der Binger Zollschreiber Rab auf die andere Rheinseite übersetzen, um im Flecken Assmannshausen, am Ausgang des Binger Lochs, ein schon lange leerstehendes Haus zu kaufen.
Im Grunde versucht er eine halblegale Geldanlage. Ohne den früheren Mönch Johann Umhoff, der dem Kloster Eberbach nach dem Aufstand der Rheingauer Bauern und Winzer gegen den Herrn Erzbischof davongelaufen ist und danach ein abenteuerliches Leben hinter sich gebracht hat, ließe sich das Geschäft nicht bewerkstelligen. Die Beiden werden endlich gemeinsam Käufer und damit beginnt die Geschichte der ›Krone‹. Anfangs ist das Haus Treidelstation – Schlafstelle für Leinenreiter und Schiffer, die des Nachts nicht mehr weiterkommen. Doch eine Folge tüchtiger Wirte macht aus dem Haus ein weltbekanntes Hotel. Berühmtheiten aller Schattierungen lassen sich hier blicken: die Kaiserin Sisi ebenso wie Hindenburg und Richard Tauber. Bundeskanzler Kohl bewirtete hier den französischen Staatspräsidenten Mitterand. Große Dichter, große Musiker, große Maler haben sich ins Gästebuch eingetragen; Ferdinand Freiligrath hat hier sein ›Glaubensbekenntniß‹ fertiggestellt und Gerhart Hauptmann ließ sich noch auf seinem Totenbett Weine der ›Krone‹ kommen. In einundvierzig Geschichten erzählt Hans Dieter Schreeb von den Zelebritäten und den Zimmermädchen, den Schiffern, Flößern und dem Rhein selbst. Die eigentliche Hauptfigur des Romans ist jedoch das Haus, das sich verändert und bei aller Veränderung doch wächst und sich duckt und lebt wie ein alter Baum.
Und die andere Konstante ist die Zeit: Wenn man sich auf den Text einlässt, gerät man in einen Sog. Man spürt das Werden und Vergehen, dass nun mal Zeit ausmacht, und lässt sich durch die Epochen treiben. Die Edition Koch, Innsbruck hat die Neuauflage der ›Krone am Rhein‹ herausgebracht. Der Roman ist im Buchhandel und im Versandhandel ab sofort bestellbar. Preise: in Deutschland 19,90 Euro; in Österreich 20,50 Euro und in der Schweiz 35,50 Franken.
Primadonna seit Mai 2007 als Taschenbuch
Verlagsankündigung des List-Verlags: »Eine begabte junge Frau muss sich behaupten.« Und als Kurztext: » Baden-Baden, Primadonna1Mitte des 19. Jahrhunderts. Der märchenhafte Aufstieg der jungen Sängerin Carlotta Vogt zur Primadonna allerersten Ranges wird begleitet von einer pikanten Dreiecksgeschichte: Carlotta liebt Turgenjew, den Liebhaber ihrer Gesangslehrerin.«
Primadonna
Primadonna Roman von Hans Dieter Schreeb Hans Dieter Schreebs Roman erzählt die Geschichte des märchenhaften Aufstiegs der jungen Sängerin Carlotta Vogt zu einer Primadonna allerersten Ranges - und eine Dreiecksgeschichte der besonderen Art. Baden-Baden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier trifft sich alles, was in der Welt und Halbwelt Rang und Namen hat, und hier beginnt auch Carlottas Ausbildung bei der genialen Sängerin Pauline Viardot. Deren Romanze mit dem großen russischen Schriftsteller Iwan Sergejewitsch Turgenjew bildet den Hintergrund und auch einen der zentralen Konflikte des Romans: Carlotta will Turgenjews Herz erobern ... Mit Leichtigkeit und zartem Humor erzählt Hans Dieter Schreeb von den Möglichkeiten und Grenzen der Liebe und von einer uns fern gewordenen Welt. Pressestimmen: Südwestrundfunk (SWR 4): »Ein literarischer Leckerbissen für alle, die sich gern in Salons mit dicken Teppichen entführen lassen, wo lange Röcke rascheln, Zogen tuscheln, und Applaus aufbrandet, während hinter den Kulissen Eifersucht und Intrigen die Szene bestimmen. Schreeb hat in allen Einzelheiten recherchiert. Er vermittelt ein lebendiges Bild von Deutschland um 1860 – vom geschäftigen und schillernden Frankfurt sowie vom dekadenten Baden-Baden. Wir lesen die Geschichte der ›Primadonna‹ und im Kopf läuft ein Film ab: spannend, bunt, romantisch und voller Musik. Frankfurter Allgemeine Zeitung: » ›Primadonna‹ ist der fünfte Roman dieses Autors, der 1996 mit seinem ›Hotel Petersburger Hof‹ bei vielen Lesern historischer Romane einen Durchbruch erzielte. Denn sie stellten nach der Lektüre übereinstimmend fest, dass hier jemand ist, der kompetent zu berichten und das Erforschte, Erlebte und Erdachte gut zu verweben versteht; kurzum: einer, der das Schreibhandwerk beherrscht und zugleich spannend und erkenntnisträchtig erzählt. ... ›Primadonna‹ erweist sich auch als der reizvolle Versuch, am Beispiel einer exzeptionellen Künstlerin die begrenzten Möglichkeiten von Frauen im 19. Jahrhundert zu beschreiben: Zwischen Hure, Hausfrau und Nonne eröffnete sich kein anderer Weg. Dieser Roman rückt die Liebe zu Zeiten des Friedens in den Mittelpunkt. Dreiecksgeschichte der Liebe von Dr. A. Wild, Stadtbibliothek, Mainz »Schauplatz ist Baden-Baden, die mondäne Sommerhauptstadt Europas in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dort trifft sich alles, was in der glamourösen Welt und Halbwelt Rang und Namen hat. Hier führt die große Sopranistin Pauline Viardot mitsamt Ehemann einen bedeutenden Salon.
Der Bader von Mainz
Von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb Hardcover und Taschenbuch bei Ullstein Verlag, Berlin Zwölf Auflagen Taschenbuch, 494 Seiten. Drei Auflagen Hardcover Ein Badhaus zu Mainz im Jahre 1358, nach dem Abklingen der ersten großen Pest ist Schauplatz des Romans: halb Heilstätte, halb Hurenhaus. Hier werden Feste ›ausgebadet‹, hier werden Zähne gezogen und Knochen geflickt und hier ist jeder vor dem Arm des Gesetzes sicher. Herr im Haus ist der Bader Matthes, 42 Jahr alt, Vater zweier Töchter (einer eigenen und einer angenommenen) und, da ohne Weib, auf Brautschau. Ein ganz junges Ding hat er sich ausgesucht, ein halbes Kind noch, das Röschen aus Nierstein – ›Brust und Hintern noch hart, unreife Pfirsiche eben.‹ Die Beiden schlafen zur Probe miteinander, finden Gefallen daran. Aber aus der Hochzeit will lange nichts werden. Die Verhandlungen über das Brautgeld ziehen sich hin, der Bader wird der Sache überdrüssig, doch nicht das Röschen ... Um Matthes den Bader und die Weiber in seinem Haus lassen die Autoren Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb (viele Jahre gehörten sie zu den erfolgreichsten Autoren des deutschen Fernsehens) das Mittelalter entstehen – nicht so dunkel, wie es oft gezeichnet wird, sondern blutvoll, lebenslustig, menschlich. “Der Bader von Mainz” auf der Suche nach dem kleinen Glück hier Artikel aus der Rhein Main Presse Stimmen: Welt am Sonntag: »Ein hervorragend recherchiertes, mit einer Fülle wenig bekannter Einzelheiten ausgeschmücktes und dazu mit geschickter Dramaturgie dargebotenes Epos des kleinen Mannes im Mittelalter.« Lesermeinung bei amazon.de R. Wasserman aus Birmingham, Mi / USA: »Faszinierender Einblick in das Mittelalter: Hervorragend recherchiert, einleuchtend und spannend geschildert. Der Leser wird im Detail in die Welt des Mittelalters versetzt und Sitten und Gebräuche werden ihm nahegebracht, die aus heutiger Sicht unglaublich erscheinen. Es fällt schwer, das Buch auch nur einen Moment niederzulegen. Wer sich für diese Epoche interessiert, hat definitiv das Buch gefunden.« R. Soth, Hamburg: »Einfach SUPER. Für mich eine einmalige und nicht zu übertreffende Beschreibung des Mittelalters. Man spürt (und riecht) förmlich das Geschehen zu dieser Zeit.«. Thorsten Muesfeldt, 55 234 Biebelnheim: »Die meisten historischen Romane spielen irgendwo an Königshöfen, Fürsten- häusern u.ä. Hier wird Geschichte aber dort lebendig, wo das pralle Leben spielt: In den Mainzer Gassen des 14. .Jahr- hunderts, wo eben noch die Pest wütete, wird gelebt, gesoffen, gebetet, geliebt, gekämpft und eben auch gebadet.
Feuerblumen
Von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb Hardcover und Taschenbuch bei Ullstein Pressestimmen: Ulrich Struve unter dem Titel »Souveräne Unterhaltung« im ›Literatur-Café.de‹: »Das Autorenteam Thiemt und Schreeb blättert in diesem mitreißenden Schmöker Schritt für Schritt die Geheimnisse und Intrigen um Kaspar Hauser auf. Die erfundene Hauptfigur des Romans, der Notar Winzer, folgt zahlreichen Spuren, die Licht in das Dunkel der mysteriösen Herkunft des Findlings bringen könnten. Immer tiefer dringt Winzer in die Kreise der Verantwortlichen ein, bis er schließlich selbst zum Opfer der Verschwörung wird. Thiemt und Schreeb stützen sich auf die Erkenntnisse der historischen Hauser-Forschung, ohne je ihre Freude am Fabulieren zu verlieren. Winzer wird als Spielernatur, als Emporkömmling und Jakobiner gezeichnet, der sich auf Bitten der Großherzogin Stephanie um die Hintergründe des Falls bemüht. Deren Vorleserin wird Winzers Mätresse, zuerst als Entlohnung für riskante Recherchen, später aus Leidenschaft. Nach und nach versteigt sich Winzer so sehr in die abenteuerlichen Verwicklungen des Falls, dass ihn selbst seine Geliebte nicht mehr schützen kann. Als Winzers Hund vergiftet wird, als schließlich sein Haus niederbrennt, säen die Autoren Zweifel, ob es sich um Zufälle oder gezielte Warnungen der Verschwörer handelt. Das Grübeln und Kombinieren überlassen sie getrost dem Leser. Die Sprache des Romans ist den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts anempfunden, mit gelegentlichen antiquierten Wendungen aus der Welt des Hofes und der Kanzleien. Fast beiläufig, doch mit viel zeitgeschichtlichem Kolorit, erfährt man von den machtpolitischen Winkelzügen Napoleons, die Stephanie nach Baden brachten, von der ›bleiernen Decke‹ der Zensur, die auf ganz Deutschland liegt, und vom Elend der kleinen Leute. Auch über die ›Umtriebe der Demagogen und Demokraten‹, denen der Hauser-Fall gerade Recht kommt, die Fundamente der Fürstenherrschaft zu erschüttern, berichtet der Roman. Die Phantasie der Autoren erfindet dazu packende sinnliche Details.
Hinter den Mauern von Peking
Roman von Hans Dieter Schreeb, erschienen im August 1999‚ Ullstein Verlag, Berlin Taschenbuch ebenfalls bei Ullstein In diesem großen Roman um Liebe, Politik und Mord entsteht das China der Jahrhundertwende, beherrscht von Tz’u-hsi, der Konkubine auf dem Drachenthron, und erlebt vom deutschen Gesandten Alfons Mumm von Schwarzenstein, einem bedeutenden Diplomaten und außergewöhnlichen Mann. Pressestimmen: Frankfurter Allgemeine Zeitung: »Nach dem ›Bader von Mainz‹, ›Feuerblumen‹ und ›Hotel Petersburger Hof‹ ist es Hans Dieter Schreeb ein weiteres Mal gelungen, eine historische Epoche zu vergegenwärtigen. Überaus anschaulich und lebensprall schildert er das Schicksal seiner Figuren, mischt authentische Dokumente und Fiktion zu einem dichten Porträt einer faszinierenden Figur.« Bild am Sonntag: »Autor Hans Dieter Schreeb, bekannt durch ›Tatort‹-Drehbücher und seinen großen Roman ›Hotel Petersburger Hof‹, hat einen schillernden Polit-Krimi mit fundiertem historischen Hintergrund geschrieben. ›Hinter den Mauern von Peking‹ ist spannend bis zur letzten Seite.« Welt am Sonntag: »Dem Autor gelingt ein spannender historischer Roman, und mit der Figur des schwulen Gesandten Alfons Mumm von Schwarzenstein entsteht ein ambivalenter Charakter ... Anregende Unterhaltung.« Wiesbadener Kurier: »Viel Einfühlungsvermögen in einen fremden Kulturkreis schwingt im Rhythmus des Buches mit ... Ein unterhaltsam lehrreiches Buch und ein spannendes in seiner bruchlosen Kombination von Historie und Fiktion.« Bucharchiv: »Ein schillernder Polit-Krimi mit fundiertem historischem Hintergrund.« GayBooks: ›Eine gute historische Erzählung über ein fast vergessenes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte mit einem schwulen Helden und einer wunderschönen Liebesgeschichte.‹ Annette von Blomberg in ›read me.de (Intelligente Bücher für intelligente Leser)‹: »Eines der erstaunlichsten Bücher des Herbstes 99. Peking nach dem Boxeraufstand anno 1900. Aus der Sicht des deutschen Gesandten und der chinesischen Kaiserinwitwe. Großartig geschrieben - und spannend ... Ein Roman in der zurückhaltenden Sprache der Diplomatie, wie sie Alfons Mumm von Schwarzenstein, Gesandter des Deutschen Reiches in Peking direkt nach dem Boxeraufstand und der Ermordung seines Vorgängers, wohl in seinen offiziellen Briefen benutzt hat. Ein Roman, in dem ekstatische Liebe und herzzerreißende Trauer hinter dieser Nüchternheit verborgen werden. Trotzdem: ein großartiger Roman, der mehr fesselt als Stephan King (mich zumindest). Vielleicht weil die echten Namen echter Diplomaten und Menschen jeder Zeit verwendet werden.
Wenn man Wölfe finden will
Jugendbuch
Von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb
Arena Verlag, ausgezeichnet mit ZDF-Jugendbuchpreis
Denk jetzt nicht du kannst schon alles
Autobiografie. Marie-Luise Marjan mit Hans Dieter Schreeb ErM.L.Marjanschienen im August 2000 bei vgs, Köln Leserurteil bei amazon.de »Ich war erst ein wenig skeptisch, als ich dieses Buch in die Hand nahm, aber dann hatte ich ein richtiges Schlüsselerlebnis. Ich kannte Mutter Beimer ja schließlich nur aus der ›Lindenstraße‹. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass Frau Marjan mit den größten Intendanten und Regisseuren des deutschen Theaters gearbeitet hat, und ich war wirklich beeindruckt. Ein wirklich überraschendes und schönes Buch!« Leseprobe: »Um Schwester Malwine war meistens ein Hauch von Desinfektionsmitteln. Zuerst dachte ich, das hinge mit dem gechlorten Wasser im Schwimmbad zusammen. Dann fiel mir jedoch auf, dass unsere gemeinsame Toilette immer blitzblank war. Und als sie mich zum ersten Mal zum Tee auf ihr Zimmer einlud, entschlüsselten sich alle Geheimnisse. Sie öffnete ihren Putzschrank und ließ mich einen Blick auf ihre Vorräte tun. Da standen alle nur denkbaren Reinigungs- und Desinfektionsmittel, aufgereiht wie in einer Drogerie. Es fehlte nichts - Fleckwasser und Soda, Ata, Leinöl, Salmiakgeist, Waschbenzin, Weingeist, Scheuerpulver für Kupfer- und Messingsachen, Lotionen für Silber- und Goldwaren, Unkraut- und Ungezieferbekämpfungsmittel. Sogar Salzsäure war vorhanden. Mit einem Wort, sie ließ mich einen Blick ins Paradies eines Putzteufels tun. Sie bemerkte mein ungläubiges Staunen und belehrte mich: »Äußere und innere Sauberkeit gehören zusammen, Fräulein Marie-Luise! Eins ist nicht ohne das andere zu haben!« Nachdem ich endlich stolze Besitzerin eines Klappsofas geworden war, kam Schwester Malwine gelegentlich auch zu mir. Sie wusste fesselnd von West- und Ostpreußen zu erzählen, von ihrer Kindheit, von Polen und Russen, von Pferden und der Pferdezucht, auch von ihrer Flucht im Pferdewagen. Den Pferdewagen hatte sie natürlich selbst gelenkt. Sie hatte schreckliche Dinge erlebt, sprach darüber aber mit der Sachlichkeit eines Arztes nach der Operation. Es war schier unerträglich, was man den Flüchtlingen angetan hatte, und ebenso unerträglich war, was sie sich in ihrer Verzweiflung gegenseitig angetan hatten. Von den vielen schrecklichen Geschichten ist mir eine in besonderer Erinnerung geblieben. Während der Flucht mit dem besagten Pferdewagen hatte man Schwester Malwine die pelzgefütterten Handschuhe gestohlen. Bei der Eiseskälte, die im Januar und Februar 1945 herrschte, wäre daran beinahe ihre ganze Flucht gescheitert.
Millionenstudien
Hans Dieter Schreeb macht auf Multatuli neugierig: Der große niederländische Autor Multatuli – eigentlich Eduard Douwes Dekker – hat ab 1870 rund zehn Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbracht und hier einen beträchtlichen Teil seiner Werke geschrieben. Unter anderem Zeitungsfeuilletons über Wiesbaden und die Wiesbadener Spielbank, damals und heute eine der schönsten Europas. Mutatulis Zeitungsartikel kamen 1874 unter dem Titel ›Millionenstudien‹ zum ersten Mal auf holländisch heraus, um 1904 auf deutsch. Die Skizzen zeigen Spieler – und zwar Gewinner und Verlierer –, überhaupt das Leben in der Spielbank in wunderbarer Genauigkeit und erstaunlicher Frische. Eine elegante Geschenkausgabe bringt jetzt Auszüge aus den ›Millionenstudien‹ und eine Lebensbeschreibung Multatulis sowie einen kurzen Abriss der Geschichte der Wiesbadener Spielbank. Diese neue Ausgabe von Hans Dieter Schreeb soll für den in Deutschland noch immer nicht bzw. nicht mehr recht gewürdigten Autor werben. Multatuli (sein Pseudonym ist lateinisch und bedeutet so viel wie: ›Ich habe viel getragen; viel ertragen‹) gehört zu den Grossen der Weltliteratur. Man übertreibt nicht, wenn man ihn einen legitimen Nachfolger von Sterne, Jean Paul oder Lichtenberg nennt und als Vorläufer eines James Joyce, eines Italo Svevo betrachtet. Neben den ›Ideen‹, einem schier unausschöpfbaren siebenbändigen Werk, ist Multatuli mit dem Roman ›Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft‹ zu Weltruhm gelangt. In Deutschland war Multatuli um die Jahrhundertwende von 1900 wirklich populär, der ›Max Havelaar‹ wurde damals in großen Auflagen gedruckt. Sigmund Freud und die Manns gehörten zu Multatulis begeisterten Lesern.