Willkommen bei Hans Dieter Schreeb

Arbeit und biografische Angaben

Sie erhalten hier einen Einblick in meine Arbeit und meine Biografie. Lesen Sie über meine Romane Primadonna, Hinter den Mauern von Peking, Hotel Petersburger Hof. Informieren Sie sich bitte über meine Arbeit für Funk, Fernsehen und Theater. Außerdem finden Sie hier alle Kontaktadressen, soweit sie für meine Arbeit wichtig sind.

 

Brief aus Berlin - Januar 2011

In unregelmäßigem Abstand drucken die Zeitungen ›Wiesbadener Kurier‹ und ›Wiesbadener Tagblatt‹ einen ›Brief aus Berlin‹ ihres Autors Hans Dieter Schreeb. In den Kolumnen wird das Berliner Leben aus der Sicht eines Neubürgers beschrieben. Hans Dieter Schreeb lebt seit März 2010 in Berlin und zwar im bürgerlichen Tempelhof, allerdings an der Grenze zum aufgeregten und aufregendem Friedrichshain-Kreuzberg, dem Wiesbadener Partnerbezirk.

Bitte lesen Sie diese Artikel in der Rubrik "Brief aus Berlin".

Wiesbadener Tagblatt: Brief aus Berlin

Brief aus Berlin Einmal im Monat, nach Möglichkeit jeweils am ersten Dienstag, druckt das ›Wiesbadener Tagblatt‹ einen ›Brief aus Berlin‹ seines Autoren Hans Dieter Schreeb. In den Kolumnen wird das Berliner Leben aus der Sicht eines Neubürgers beschrieben. Hans Dieter Schreeb lebt seit März 2010 in Berlin und zwar im bürgerlichen Tempelhof, allerdings an der Grenze zu Kreuzberg. Interessant: Der früher so aufmüpfige, links-alternative Stadtteil Kreuzberg verändert sich nach und nach und gegen den Willen seiner Bewohner zum ›Party-Bezirk‹. Der Autor kümmert sich aber nicht nur um seinen ›Kiez‹, sondern versucht, die Berliner Verhältnisse insgesamt zu erfassen und zu beschreiben.   Ohne Plan, aber unaufhaltsam - klicken Sie auf den Artikel, um diesen zu vergrößern.

Im Phoenix-Programm: Die U2-Affäre

Film von Hans Dieter Schreeb und Hans Georg Thiemt

Phoenix, der Ereignis- und Dokumentarkanal von ARD und ZDF, wiederholte am 30. Juli 2010 das vierzig Jahre alte, jedoch erstaunlich frisch wirkende Dokumentarspiel des Autorenduos Thiemt und Schreeb. Hauptdarsteller: Michael Degen, Claudia Wedekind, Dieter Eppler, Herbert Tiede, Paul Edwin Roth und Hellmut Lange.

Pressetext: »Am 1. Mai 1960 wird der US-Pilot Francis G. Powers beim Überfliegen der Sowjetunion abgeschossen. Die Weltöffentlichkeit wird auf die schon seit längerer Zeit erfolgten Spionageflüge, die die Vereinigten Staaten mit der dafür geeigneten U2 durchführen, aufmerksam; und selbst in der Sowjetunion mischt sich in den Triumph über den Erfolg der eigenen Luftabwehr die Bestürzung über die bisherige Machtlosigkeit gegenüber einer derart unbekümmerten Aufklärung des Gegner.

Chruschtschow benutzt den Fall, Amerika eine politische Niederlage zuzufügen. Die einzelnen Umstände des Abschusses werden solange verheimlicht, bis sich die amerikanischen Dienststellen in unkluger Weise dementierend festgelegt haben, so dass sie nun vor aller Welt der Lüge überführt werden können. Dem amerikanischen Präsidenten Eisenhower bleibt nichts anderes übrig, als sich persönlich zu dem Unternehmen zu bekennen. Der sowjetische Ministerpräsident aber hat damit die Möglichkeit, das ihm unangenehme Pariser Gipfeltreffen zu sprengen und Amerika vor dem Forum der Vereinten Nationen scharf anzugreifen.

Auch in Amerika selbst sehen sich der Präsident und Allen Dulles, der Chef der CIA, einer herben Kritik ausgesetzt. Manche Senatoren wollen nicht mehr wahrhaben, dass sie es waren, die den Auftrag zu einer wirkungsvollen Überwachung der gegnerischen Kriegsausrüstung erteilten, die sie jetzt als unverantwortlich abqualifizieren wollen. Letztlich wird die in den Vereinigten Staaten ständig latente Spannung zwischen Moral und Staatsräson deutlich.« In Berlin wird die Affäre wegen einer lokalhistorischen Note immer unvergessen sein:
Powers wurde nach seiner Haftzeit an der Glieniker Brücke zwischen Berlin und Potsdam filmreif gegen den sowjetischen ›Meisterspion‹ Abel ausgetauscht.

Fünfzig Serien für das ›Wiesbadener Tagblatt‹

Die Interessen des vielseitigen Autors Hans Dieter Schreeb zeigen sich in seinen Büchern wie in seinen Arbeiten für Funk und Fernsehen. Sehr deutlich werden sie aber auch in den fünfzig Serien, die er in den letzten Jahren für das ›Wiesbadener Tagblatt‹ verfasst hat.

Es waren unter anderen Darstellungen von Jahren, die die Welt und die Menschen veränderten: 1919, Die Weltwirtschaftskrise von 1929, 1933 (in ›Das erste Jahre der NS-Diktatur‹), 1945 in ›65 Jahre Amerikaner in Wiesbaden‹ (gedruckt 2010). Zu den Tagblatt-Serien (meistens zehn Teile) von Hans Dieter Schreeb gehören Biografien der Hildegard von Bingen oder der Herzöge von Nassau ebenso wie eine spannende Lebensbeschreibung der Anarchisten, die 1876, bei der Einweihung des Niederwald-Denkmals in Rüdesheim, die Spitzen des Deutschen Reiches in die Luft sprengen wollten und nur an der eigenen Armut scheiterten. Der Rhein und was sich in den letzten zweitausend Jahren auf dem Strom abgespielt hat, waren immer wieder Themen von Serien: In ›Poetensommer‹ wurden zum Beispiel die Rheinromantiker porträtiert, in einer anderen Serie erfuhr man vom Leben auf den gewaltigen Flößen, die im 17. und 18. Jahrhundert den Rhein befuhren: Bis zu 700 Mann Besatzung! Eine Darstellung der ehemaligen ›Irrenanstalt‹ Eichberg im Rheingau fand ebenso viel Beachtung wie die Geschichte des Bistums Limburg oder der ›Filmstadt Wiesbaden‹.

Der Reiz (und der Erfolg bei den Lesern) liegen darin, dass es Hans Dieter Schreeb gegeben ist, längst verflossene Zeiten zu beschreiben, als seien sie erst gestern zu Ende gegangen. Womöglich sind sie auch nie zu Ende gegangen …

Hotel Victoria oder Die heiteren Schwestern der Opern

Operetten – die heitere Schwestern der Opern – sind wieder im Kommen. Weil ihre Musik glücklich macht und ihre Texte und Handlungen etwas über Zeit und Menschen erzählen.

Hans Dieter Schreeb schreibt derzeit an einem Operetten-Terzett: an den Libretti dreier Operetten mit den Arbeitstitel ›Hotel Victoria I, II und III‹.
Das sind drei miteinander verbundene Operetten, alle mit dem gleichen Schauplatz – einem rund hundert Jahre alten Grand Hotel in Baden-Baden, einem Haus aus dem 19. Jahrhundert. Auch durch verschiedene Figuren sind die Operetten untereinander verbunden, haben also für den Zuschauer die zusätzliche Attraktion, dass bestimmte Figuren jeweils weitere Aspekte ihres Charakters oder ihres Lebens zeigen.

Alle drei Stücke beziehen ihren Reiz zu einem wesentlichen Teil aus dem jeweiligen Zeitgeist – den Fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit ihrem Optimismus, der unmittelbaren Vorkriegszeit mit viel Fahnen und Trara und viel wahnhafter Bösartigkeit und den unvergleichlichen Siebziger Jahren mit ihrer unglaublichen Selbstgefälligkeit und der ›Frauenbefreiung‹.

Operette Nr. 1, ›Frühling in Baden-Baden‹, spielt 1952 und ist vom Geist dieser Jahre getragen: Von Optimismus, Vorwärtsdrang, Wiederaufbau und dem großen Vergessen. Die Handlung ist scheinbar so, wie Operetten immer waren: Paare sollen verkuppelt und verheiratet werden; das klappt nicht, andere kommen zur eigenen Verwunderung zusammen.

In der zweiten Operette, Arbeitstitel ›Das russische Glück‹, spielt kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieg, dreht sich alles um Liebe, Täuschung und Enttäuschung.
Da wird im Hotel ›Victoria‹ die Ufa-Komödie ›Das russische Glück‹ gedreht, ein Kostümfilm um einen Fürsten ›Peter‹, einen russischen Großgrundbesitzer, zwei schnippische Soubretten (verkörpert von den ›Zeidler-Schwestern‹) und viel Liebe.

Jetzt aus Berlin – und weltweit

Hans Dieter Schreeb ist seit Jahren einmal im Monat im Wiesbadener Lokalsender ›Radio Rheinwelle 92,5‹ zu hören. Er spricht dabei eine Stunde lang über ein Thema seiner Wahl. In früheren Jahren beschäftigte er sich zumeist mit historischen Fragen. Er schilderte zum Beispiel die Entstehung und Entwicklung des Bistums Limburg, sprach über seine Erinnerungen zur deutschen Wiedervereinigung, über den ›Dreißigjährigen Krieg‹ und die Schweden am Rhein. Im bunten Reigen kamen unter anderem vor: ›Gärten und Parks in der Region Rhein-Main‹, die Burgen am Rhein, die ›Rheinromantiker‹ und die Anarchisten, die bei der Einweihung des Niederwald-Denkmals Kaiser Wilhelm I. in die Luft sprengen wollten. Schreeb porträtierte die heilige Hildegard von Bingen und die nicht minder heilige Elisabeth von Thüringen. Selbst das Wetter der letzten zweitausend Jahren wurde in einer Sendung behandelt. Diese Mischung entstand aus den Neigungen des Autors und/oder seiner aktuellen Arbeit. Seit seinem Umzug nach Berlin – im Frühjahr 2010 – berichtet Hans Dieter Schreeb den Hörern von Radio Rheinwelle Aktuelles aus der Bundeshauptstadt. Er spricht über Politik genauso wie über kulturelle Ereignisse. Vor allem versucht er die Stimmung in der Stadt wiederzugeben. Früher waren diese Sendungen nur in Wiesbaden, Mainz und Umgebung auf UKW zu empfangen. Neuerdings kann man sie weltweit hören: Im Internet. Und zwar unter www.radio-rheinwelle.de

Neuer Roman in Arbeit: ›Äquatortaufe‹

Hans Dieter Schreeb arbeitet an seinem neuen Roman ›Äquatortaufe‹.

Suchte man für dieses Buch einen Untertitel, so könnte er lauten: ›Liebe in wirren Zeiten‹.

Im Kern wird das Schicksal zweier Frauen erzählt: das von Nelly Caspary und ihrer beinahe gleichaltrigen Nichte Karla Marché. Und erzählt werden die vierzig Jahre zwischen 1914 und 1954.

Der Roman zeigt Frauen, die sich alles von der Liebe und den Männern erwarten, und Männer, die sich ihr Glück von der Politik und in der Politik erhoffen.

Die Geschichte ist, beinahe zu gleichen Teilen, in Deutschland und in Brasilien angesiedelt. Genauer gesagt: Sie spielt zu großen Teilen in Ingelheim am Rhein, einer alten Weinbaugemeinde in Rheinhessen, und in Rio Grande do Sul, der südlichsten Provinz Brasiliens, einem wilden, rauen Land. Hier wie da sind die handelnden Personen zum größten Teil Deutsche. Das Brasilien, das gezeigt wird, ist genau so vergangen wie das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich. Ja, selbst die Fünfziger Jahre haben sich bereits verflüchtigt und nur einige Klischees hinterlassen wie das ›Wunder von Bern‹ und die ›Buttercreme-Torte‹. Entsprechend wird für die jüngeren Leser vieles neu sein, bei den älteren wird sich ein ›Deja-vu‹-Erlebnis einstellen.

Insgesamt ist die Geschichte wie die beschriebene - Tragödie und Komödie gleichzeitig. Alles ist überspitzt und überhitzt. Wirre Zeiten sind eben unübersichtlich, gewalttätig, chaotisch, und die Menschen, die sie erleben, werden unweigerlich in die allgemeinen Narreteien verstrickt, die später von den Schulkindern als ›Weltgeschichte‹ gepaukt werden müssen.

Oder, wie es Joseph Joubert formuliert hat: »Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit, der Reiche seines Reichtums und der Unschuldige seines Lebens nicht sicher ist.«

Nelly Caspary wird - sozusagen durch Zufall - Anfang April 1914 in der Nähe von Bento Gonçalves in der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul geboren, auf dem Weingut ihres Halbbruders Viktor Caspary und ihrer Schwägerin Téris.

Sie wächst teils in Brasilien, teils in Deutschland auf. Als Erwachsene ist Nelly eine kleinere, muntere Frau, unkonventionell, mutig und immer für die Liebe bereit.

Phantasievoll bis ins Detail

»Phantasievoll bis ins Detail« So lobte DIE ZEIT   ARD, Sonntag, 21. September 1980: „Tote reisen nicht umsonst", von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb Na bitte, es geht also doch: „Tatort", des deutschen Sonntagssehers liebstes Kind, braucht nicht, weil es die Schluderei der Stückeschreiber und die Publikumsverachtung der Fernsehfunktionäre so will, an Qualitätsschwund zu sterben. Ein einziges intelligentes Drehbuch und der rapide Verfall verliert den Charakter von Gesetzmäßigkeit. Jawohl, so soll es sein — so wie das Team Schreeb, Thiemt und Sydow (die ersten beiden verantwortlich für den Text, der letzte für die Regie) einen Plot mit Konsequenz und Einfallsreichtum, Witz und Ironie (es gab eine Fülle von schön photographierten Krimi-Standards: aber zitathaft und in Anführungszeichen!), mit Sinn für atmosphärische Details und phantasievollem Weiterdenken vorgegebener Situationen durchexerzierte. Die Konstruktion verschiedener Wissens-, Vermutungs-, Täuschungsebenen: selten war sie so exakt wie in „Tote reisen nicht umsonst" überlegt. Im Unterschied zu alltäglicher Thrillerware, wo sich die Spannung entweder aus der Suche nach dem Unbekannten oder der Ergreifung des von vornherein bekannten Täters ergibt, lag der Reiz dieses außerordentlichen .Denkspiels aus Saarbrücken darin, daß der Betrachter am Bildschirm den Täter zwar von Anfang an kannte, sich aber über die Tat (scheinbar Raub, in Wahrheit Mord) im unklaren war. Daß er einen Plan und dessen potentielle Durchkreuzung verfolgte, ohne zu wissen – so wenig .wie die Akteure mit Ausnahme des Täters), auf welchem Verbrechensniveau hier gespielt wurde. Als dies deutlich wurde und die Karten auf dem Tisch lagen, erhielten die vorgeführten Planelemente plötzlich eine neue Dimension, wurde die Komplizin zum Opfer, und die liebenswert mit Hilfe persiflierter „Tatort-Topen" geschilderte Polizei (alleweil auf der falschen Spur, die zur richtigen führte) übernahm die Rolle strafender Gerechtigkeit, ohne darum die burlesken Züge zu verlieren. Kleinbürgerlich und schmuddelig, wacker und stinknormal: Endlich einmal eine Polizei ohne den ach so genialen oder ach so humorig gefühlvoll sich tarnenden Meister vom Morddezernat, den nach Tarif und nicht nach Leistung bezahlten, Herrn mit dem klugen Kopf und dem prallen Charakter. Nicht so die Saarbrückener: Sie bieten einen Spießer auf (glänzend interpretiert von Manfred Heitmann) und mokieren sich im übrigen über das Don-Quijote-und-Sancho-Pansa-Schema der Tatörter nicht ohne Geist.

Tatort - Tote reisen nicht umsonst

Seit Januar 2010 zu haben: Tatort ›Tote reisen nicht umsonst‹
von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb

Vor dreißig Jahren, am 21. September 1980, wurde zum ersten Mal der Tatort ›Tote reisen nicht umsonst‹ des Autorengespanns Thiemt und Schreeb ausgestrahlt. Er wurde zum Klassiker. Bislang wurde er sechs Mal gesendet, allein zweimal im ARD-Programm.
Inhalt: Manfred Ottmann ist Geschäftsführer der kleinen, florierenden Wohnmobilfirma in Saarbrücken. Die Firma gehört seiner Frau, was sie ihn bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Dafür rächt er sich. In einer französischen Kleinstadt kurz hinter der Grenze hält er eine Freundin aus. Er besucht sie regelmäßig, wenn er Wohnmobile nach Südfrankreich überführt. Die Amoure bringt Ottmann in finanzielle Schwierigkeiten, die er mit dem Griff in die Firmenkasse löst. Seine Frau kommt dahinter und sperrt ihm den Zugang zu den Firmengeldern.
Mit Hilfe der Geliebten entwickelt Ottmann einen Plan: Bei einem vorgetäuschten Einbruch in die eigene Wohnung will er sich das Schwarzgeld seiner Frau aneignen; Christine wird ihm ein überzeugendes Alibi verschaffen. Aus dem Einbruch wird eine Tragödie. Was Ottmann nicht ahnen kann und was den Reiz der Story ausmacht: Während er seinen Plan in die Tat umsetzt, sucht Kommissar Schäfermann ihn als Zeugen in einem anderen Fall, ist ihm Stunde um Stunde auf den Fersen ...

Kommissar Schäfermann: Manfred Heidmann; weitere Mitwirkende Dirk Galuba, Beatrice Kessler und Corny Collins. Regie: Rolf von Sydow. Reichhaltiges Bonusmaterial auf der DVD.

Leserstimme bei Amazon: »Ein interessanter Fall aus einer längst vergangenen Zeit. Wer sich für die späten 70er bzw. frühen 80er begeistert, sollte sich diese DVD nicht entgehen lassen. Meiner Meinung nach ein wesentlich besserer TATORT als manch moderne Folge.«

Was man mitbringen muss

Ein Interview mit Hans Dieter Schreeb

??? Herr Schreeb, Sie haben nebst vielen Büchern, nebst vielen Hörspielen und Fernsehserien auch Tatort-Drehbücher geschrieben, eine Arbeit, die häufig erwähnt wird, wenn über Sie gesprochen wird. Aber eine Arbeit, wie Sie mir im Vorgespräch erzählt haben, auf die Sie gar nicht so gerne zurückblicken. Warum ist das so?   HDS: Ach, ich will nicht sagen, dass ich nicht gerne darauf zurückblicke. Es ist einfach eine Arbeit unter anderen. Das wollte ich ausdrücken – ein Fernsehspiel ist ein Fernsehspiel. Ob da ein Kommissar mitspielt, ob da gar Kommissar Palu mitspielt, ist letzten Endes für den Autor unwichtig. Entscheidend ist, dass ihm interessante Figuren, interessante Handlungen gelingen. Ob jemand rechts oder links hernieder sinkt, ist letzten Endes für den Autor unerheblich.   ??? Was sind Ihre Zutaten für einen guten Tatort, ein gutes Tatort-Drehbuch?   HDS: Na, ich hoffe das, was ich überall einbringen kann – eine besondere Sicht auf die Figuren, auf die Menschen, auf das, was sich da abspielt...   ??? Nun haben Sie auch historische Romane geschrieben, bei denen sicher eine umfangreiche Recherche von Nöten war. Beim ›Bader von Mainz‹ dreht’s sich ums Mittelalter, das Leben im Mittelalter und in der Stadt Mainz. Wie sammeln Sie dafür Informationen?   HDS: Das Buch spielt nicht im Mittelalter. Das Mittelalter umfasst tausend Jahre. Mein Buch spielt im Jahre 1358. Das ist ganz wesentlich für das Buch. Alles, was die Leute, die damals lebten, wissen konnten, finden Sie in diesem Roman. Was sie nicht wissen konnten oder was lange zurücklag, in mythischer Vorzeit sozusagen, kommt nicht vor. Es ist eine sehr eingeschränkte Sicht, ein klarer Ausschnitt einer Zeit, zu der ich mich entschlossen habe. Meine Grundüberlegung ist immer die: Auch die Menschen, die vor uns gelebt haben, haben ihr Leben gemeistert. Wenn Sie die Menschen also ernst nehmen und nicht nur als Spielfiguren betrachten, wenn Sie sagen, sie gehen durch dieses Jahr, diese Stadt und diese Landschaft, dann, meine ich, können Sie eine Geschichte erzählen, die wahr ist und als wahr empfunden wird.   ??? Und wie haben Sie herausgefunden, was die Menschen in den 1350’iger Jahren gewusst haben?   HDS: Ach, das ist eine reine Fleißarbeit. Heute gibt es zu jedem Thema sehr viel Sekundärliteratur – Sie können herausfinden, was die Leute angezogen haben. Damals wurde gerade die Hose erfunden, das war für die Schneider eine sehr komplizierte Sache.

Im Deutschland Radio

In seiner Reihe „Deutschlandrundfahrt“ bringt Deutschlandradio Kultur am 13. Dezember 2008 ab 15:05 Uhr eine Livesendung aus Wiesbaden: „Aquis Mattiacis“, an der auch Hans Dieter Schreeb teilnimmt. Er spricht über „Wiesbadens große Zeit“. Kurdirektor Henning Wossidlo, Iris Limbarth, Eva Schuster und Thomas Freiherr von Stenglin sind die übrigen Gesprächspartner. Moderation der Sendung: Shelly Kupferberg.

Eine besondere DVD – ›Tatort Box: Die 1980er Jahre‹

In einer Sonderedition ›Die 1980er Jahre‹ bietet die ARD drei ungewöhnliche ›Tatort‹-Fälle in einer Box, darunter ›Tote reisen nicht umsonst‹. Autoren: Hans Dieter Schreeb und Hans-Georg Thiemt.
Werbetext der ARD: »In den 1980er Jahren bringen neue Ermittler und Ideen frischen Wind in den Tatort. Die spannendsten Fälle des Jahrzehnts bestreiten Horst Schäfermann in Saarbrücken, der Hamburger Ermittler Stoever sowie Horst Schimanski in Duisburg.«
Hans Dieter Schreeb dazu: »Die Auswahl macht stolz! Traurig, dass mein Partner Hans-Georg Thiemt es nicht mehr erlebt hat.«
Zu den drei Tatort-Fällen gibt es auf der DVD exklusives Bonus-Material. Unter anderem:

Tatort-Drehbericht: "Tote reisen nicht umsonst"
Wir über uns: Tatort - Von der Schwierigkeit, Millionen zufrieden zu stellen
Die legendären Tatort-Kommissare (41 min)
Einblick: Tatort muss nicht Drehort sein - wo Tatort-Krimis wirklich entstehen

Stadt ohne Sheriff

Heitere Westerngeschichten, sechsundzwanzig Folgen, ZDF

Lange Zeit war ›Blue River Town‹ auf keiner Karte zu finden. Und als es endlich auf den Landkarten auftauchte, war die Stadt schon tot, von ihren Bürgern aufgegeben. Nur noch Mauern, durch die der Wind strich. Wenn das Gold zu Ende ging, zog man weiter. Das war die alte Geschichte im Westen.

Doch in der Blüte ihres kurzen Lebens, so um 1880 herum, gab es keinen Menschen in Montana, Nevada und den angrenzenden Landstrichen, der nicht schon von der Goldgräberstadt am Blue River gehört hatte.

Und von Tex Ritter, dem Kassierer der einzigen Bank in der Stadt. Er war berühmt für seinen hellen Kopf, seine harten Fäuste und sein Fahrrad. Soweit man wusste, war er der einzige Mann im Westen, der sich konsequent weigerte, in einen Pferdesattel zu steigen. Lieber strampelte er Meilen um Meilen auf dem Rad herunter, als dass er sich auf ein Pferd einließ. Viele vermuteten dahinter ein großes Geheimnis - beim eintönigen, hautaufschürfenden Goldwaschen hatte man viel Zeit, darüber nachzudenken -, aber es steckte nichts anderes dahinter als eine ungewöhnliche Abneigung gegen Pferde.

Inszeniert von Rolf von Sydow.

›Fernsehbücher‹ zur Serie bei Julius Breitschopf KG, Wien, München, Zürich

Leseprobe:

»Aha, Gold«, sagte der Indianer nachdenklich. »Dann sollst du hören, weißer Mann, was ich zu sagen habe!«

Er hob seine Stimme und sprach nun etwas lauter, damit den entfernter sitzenden Männern nichts entging - wie ein geübter Schauspieler, der auch für die letzte Reihe spielt. Es stellte sich heraus, dass er der Häuptling der Apallas war, eines tapferen, kriegerischen und gut bewaffneten Stammes, wie er ausführte. Die Bürger kannten die Apallas zwar nicht, aber das hatte nicht viel zu sagen. Sie kannten die anderen großen Stämme wie die Apachen und Navajos auch nur aus Romanen mit aufregenden Handlungen und bunten Umschlagbildern, fünf Stück für einen halben Dollar.

Peggie wollte die Atmosphäre etwas auflockern. »Wollen die Gentlemen einen trinken?«

Der Häuptling wehrte streng ab: »Kein Feuerwasser, Squaw, wir sprechen!«

Dann kam er zum Kern der Sache: »Weißer Mann, wem gehört die Stadt?«

Tex wusste nicht recht, was er auf diese Frage antworten sollte. »Ja, wem gehört sie? Den Bürgern doch!«

Peggie bekräftigte seine Worte: »War eine schöne Schufterei, das alles aufzubauen. Aber davon habt ihr ja keine Ahnung, ihr roten Brüder ...«