21. Juli 2012

›Tell – Das Musical‹ (Textbuch Hans Dieter Schreeb) ist nach zweijähriger Vorarbeit nun auf der Bühne: Am 18. Juli 2012 war Premiere auf der sechzig Meter breiten Walensee-Bühne in der Südost-Schweiz; die begeisterten Zuschauer bedankten sich am Ende mit minutenlangen ›standing ovations‹.

Die Schweizer Medien – Hörfunk, Fernsehen und Zeitungen – berichteten im Vorfeld ausführlich über das Ereignis, nach der Premiere brachten sie entweder eigene Berichte oder übernahmen die sehr zustimmende Rezension der Schweizerischen De­peschenagentur (sda).

3sat, aber auch die Süddeutsche Zeitung informierten ihre Zuschauer beziehungsweise ihre Leser in Deutschland.

Ein sehr schönes Gespräch zu ›Tell – Das Musical‹ sendete DSR2 aktuell. Die Fragestellung: Ein Nationalheld als Musicalprotagonist und Songtexte nach Schillers Drama – geht das? Sascha Zürcher sagte: Ja, geht sehr gut!

(http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/drs2aktuell/2643.bt10233979.html)

 

Eine Übersicht der Pressestimmen zu ›Tell – Das Musical‹ finden Sie auf der Seite ›Aktuelles‹ dieser Website.

 

 

 

blickpunkt musical

25. Juni 2012

 

»Ich habe nur getan, was getan werden musste«Rezension zur Uraufführung »Tell«

„Ich habe nur getan, was getan werden musste. Sie sollen mich in Frieden lassen, mehr will ich nicht.“ Dies sind die Worte Wilhelm Tells, bevor er den Arm um seine kleine Familie legt und mit ihr den Berg hinaufsteigt — entgegen der jubelnden Menschenmenge, die ihn als Helden feiern möchte.

Doch wer ist der Mann, den Marc Schubring mit seinen klangvollen Kompositionen zeichnet, die musikalisch zwischen Claude-Michel Schönberg, Maury Yeston und Frank Wildhorn liegen, und doch einen ganz eigenen Charakter haben? Wer der Mann, dessen im besten Sinne einfache und klare Denkweise, Wolfgang Adenbergs Liedtexte so viel Aussagekraft geben, die auch Schiller’sche Versatzstücke geglückt verarbeiten? Selten hört man in einem Musical eine solch schöne Sprachmelodie wie in Tell. Wer der Mann, dessen Figur Hans Dieter Schreebs Buch als Inbild von Geradheit, Ehrlichkeit und Mut auf die Bühne bringt und als einen Menschen, der sich nichts mehr wünscht, als mit seinem Sohn und seiner Frau in Frieden zu leben?

Wilhelm Tell ist der Held des gleichnamigen Dramas Friedrich Schillers, den dieser auf Basis von Legenden und historischer Recherchen mit Unterstützung von Johann Wolfgang von Goethe Anfang des 19. Jahrhunderts geschaffen hat. Als Symbol der Befreiung der Waldstätte, der Urschweiz mit ihren Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden, wurde er zu einem lebendigen Schweizer Mythos.

Das Musical erzählt diesen Mythos als Geschichte eines Helden wider Willen. Aus dem Gefängnis entlassen, in dem er einsaß, da er einen Hasen zu viel geschossen hatte, gerät Tell als Helfer in der Not erneut mit dem Gesetz in Konflikt. In seinem Rechtsempfinden kann er nicht anders, als Konrad Baumgartner (Matthias Beurer) zu helfen, über den See zu entkommen. Seinem Schwiegervater Walter Fürst (Christoph Wettstein) aus Altdorf in Uri, der ihn überzeugen will, sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen, erteilt er eine Absage. Während die Stimmung gegen die Willkürherrschaft des Landvogts Heinrich Gessler (Bruno Grassini) wächst, und Werner Freiherr von Attinghausen (Florian Schneider), ein alter Schweizer Adliger, die Vertreter der Bauern und Bürger von Uri, Schwyz und Unterwalden ermutigt, sich ihre Freiheit zu erkämpfen, und schließlich die drei Urkantone auf der Rütliwiese einen Bund schließen, hält sich Tell weiterhin abseits. Als jedoch Gessler verlangt, dass man seinem Hut den gleichen Respekt erweist, wie ihm selbst, ist Tell nicht bereit, seinem Sohn als gutes Beispiel voranzugehen.

Unglücklicherweise hasst Gessler den Jäger Tell seit einer Begegnung in den Bergen zutiefst, als sein hoher Gast, Herzog Johann (Patric Scott), Neffe des habsburgischen Königs Albrecht I., Zeuge seiner Schwäche und Todesangst vor dem Schützen wurde (Nicht ungestraft!). Tells Weigerung liefert ihn Gesslers Willkür aus, der ihn zu einem perfiden Schuss auf seinen eigenen Sohn zwingt, dem der Meisterschütze den Apfel vom Kopf schießt. Doch weshalb hat Tell direkt nach dem Schuss, einen zweiten Pfeil auf die Sehne gelegt? Im Vertrauen auf das Versprechen, dass ihm nichts geschehe, wenn er die Wahrheit sagt, erklärt er in aller Ehrlichkeit, dass er den Landvogt erschossen hätte, wäre sein Sohn umgekommen. Gessler verurteilt Tell in seiner Wut zu lebenslangem Kerker und lässt ihn fortschaffen. Doch der Verurteilte kommt frei, als er die Vollstrecker im Sturm über den See rudern muss, lauert dem Landvogt in der „Hohlen Gasse“ nach Küsnacht auf und erschießt ihn. Obgleich er nur die Seinen vor dem Wahnsinnigen schützen wollte, wird seine Tat zum Signal für den Burgenaufstand. Parallel dazu ermordet Herzog Johann seinen königlichen Onkel. Dessen Tod und des Königsmörders Flucht stehen wie bei Schiller für das Ende der Habsburger Herrschaft über ihr ursprüngliches Stammland in der Schweiz. Historisch wird das heute anderes eingeordnet.

Dieses Gebiet, in dem die Gemeinden in den Waldgebirgen lagen und Tell als Jäger mit der Armbrust unterwegs war, empfand Christoph Weyers in seinem lebensgroßen Bühnenbild beeindruckend nach, das ganz aus Rundhölzern besteht. Stufig aufgeschichtet zu Holzpyramiden wie für ein Sonnenwendfeuer stellen sie auf der 60m breiten und 30m tiefen Bühne die begehbare Bergwelt dar, in der Tell und Gessler aufeinandertreffen. Auf der linken Vorderbühne wurde das Holzhaus Tells aufgebaut, auf der Ebene des Orchesters das sog. „Steinhaus“, das Werner Stauffacher (Wolfgang Grindemann) und seiner Frau Gertrud (Sylvia Heckendorn) gehört, und auf der rechten Seite die Schankstube von Tells Schwiegervater Walther Fürst (Christoph Wettstein). An den beiden Beleuchtertürmen befindet sich auf halber Höhe jeweils eine Terrasse: zur Linken mit einem Vorbau des Schlafgemachs des Freiherrn von Attinghausen, bei dem sich die Aufständischen treffen, zur Rechten die Empfangshalle des von Habsburg eingesetzten Landvogts Gessler, von dessen Plateau eine Brücke auf den hinteren Teil der Bühne führt, unter welcher die Hohle Gasse hindurchführt, in der Gessler von Tell erschossen wird. Weyers schuf nicht nur ein eindrucksvolles Tableau vor der nicht minder beindruckenden Kulisse des Walensees mit den Churfisten, sondern verknüpft auch die verschiedenen Schauplätze, zwischen denen die Akteure viele Meter zurücklegen müssen, miteinander und setzt gut erkennbar die Konstellation von Unterdrückten und Unterdrückern – Tell und Gessler – Bauern und Obrigkeit ins Bild.

Wilhelm Tell wird von dem Schweizer Fabian Egli (Ché in ‚Evita‘ in Neustrelitz, ab der kommenden Spielzeit festes Mitglied an der Musikalischen Komödie Leipzig) gespielt. Der warme Bariton des ausgebildeteten Opernsängers unterstreicht die geradlinige Natur des Vaters und Beschützers Tell (Mehr verlang ich nicht). Eglis gemessene Gesten und die selbstbewusste Haltung verleihen ihm eine große Präsenz. Man nimmt ihm ab, dass sein Tell jemand ist, dem die Leute Gehör schenken.

Als Jäger steht dieser zwischen den Welten der Bergbauern und des herrschenden Landvogts. Was er jagt, verkauft er und muss selten seinen Kopf vor der Obrigkeit neigen, aber er würde seine Armbrust auch nicht gegen sie erheben. Im Gegenteil — sein Credo lautet: „Obrigkeit wird es immer geben, und wir werden es nie sein“. Von der Hinterhältigkeit eines Gesslers weiß Tell nichts. Erst nach der perfiden Machtprobe ist der einfache Mann der Überzeugung, dass er diesen gefährlichen Mann, dessen Willkür nicht einmal vor einem Kind haltmacht, beseitigen muss. Gleichwohl kämpft er bis zuletzt mit sich, ob es keinen anderen Weg gibt. Die zusammenhängenden Titel Hohle Gasse und Ein einfacher Mann — zwischen wütendem Aufschrei und Gebet — zeigen einen zerrissenen Tell, der erstmals nicht weiß, wie er handeln soll. Einen Menschen zu töten, ist ihm zuwider. Zuletzt versucht er sein notwendiges Handeln als Willen Gottes zu erklären, und wie die biblischen Propheten nimmt er seine Rolle in Gottes Plan widerwillig an. Es ist verständlich, dass Schillers berühmte Verse in Tells Reaktion Nach dem Schuss aufgenommen wurden: „Befreit sind nun die Hütten und das Land“. Doch passt der triumphale Ausruf nicht zu dem Tell, wie ihn Hans Dieter Schreebs Buch und Wolfgang Adenbergs Verse zeichnen. Viel schlüssiger erscheint es, dass Tell nach seiner Tat allein heimkehrt zu seiner Familie — froh, dass er und die seinen am Leben sind, anstatt sich den anderen Aufständischen anzuschließen.

Tell und Gessler, verkörpert von Bruno Grassini, bilden dramaturgisch das Gegensatzpaar des Musicals, was auch der körperliche Größenunterschied unterstreicht.

Bruno Grassini spielt Landvogt Heinrich Gessler nuanciert und mit sich steigernder Intensität als intriganten, gefährlichen Machtmenschen. Diese Steigerung wird auch in den Reprisen seiner großen Songs Die Schönheit der Macht, Nicht ungestraft und Respekt spürbar. Passenderweise wird Grassini bei Respekt durch ein hydraulisches Bühnenelement buchstäblich über alle erhoben, deren Respekt Gessler erheischt. Senkrecht auf dem Kopf trägt der Landvogt einen hohen Zweispitz — den Hut, welcher später als Kopfbedeckung Napoleons zum Symbol seines Herrschaftsanspruchs in Person wird. Genauso ist hier Jahrtausende früher das Aufpflanzen des Gesslerhutes auf dem Marktplatz zu verstehen. Er soll ihn als allgegenwärtigen Herrscher symbolisieren. Gesslers Lust an der Ausübung der Macht lässt ihn eine Frau ebenso willkürlich erniedrigen wie später Tell. Was er möchte, das nimmt er sich, und doch ist der Landvogt nur das Herrschaftsinstrument des habsburgischen Königs; er selbst besitzt gar nichts außer seinem Titel. Was ihn nicht daran hindert, sich mit Caesar und Alexander dem Großen zu vergleichen (Respekt) — unterstrichen von einem hinreißend dämonischen Blick Bruno Grassinis. An Gesslers Seite steht sein Hauptmann, sehr präsent und sprachlich herausgehoben von Oliver Koch gegeben, der geradezu als Verkörperung des Hasses auf das „Bauernpack“ erscheint.

Zwischen Tell und Gessler stehen die persönlichen Vertreter der Urkantone Schwyz, Uri und Unterwalden, in denen die Unzufriedenheit gegen die Willkürherrschaft Gesslers wächst: Landammann Werner Stauffacher (Wolfgang Grindemann) vertritt Schwyz, Gastwirt Walther Fürst (Christoph Wettstein) Uri und Arnold vom Melchtal (Oliver Frischknecht) ist der Vertreter von Unterwalden.

Christoph Wettstein erfüllt seine Rolle als mutiger und stolzer Bürger, der sich nichts mehr gefallen lassen möchte, und überzeugt bei seinem Aufruf Mit Männern wie dir, mit dem er seinen Schwiegersohn Tell bewegen möchte, bei dem Aufstand gegen Gessler mitzuwirken. Seine wohltönende, klare Gesangsstimme setzt er auch bei der großen Hymne ein, die Schubring und Adenberg mit ihrem Rütlischwur geschaffen haben. Oliver Frischknecht war bei unserem Besuch leider stimmlich nicht auf der Höhe, spielte aber seinen jungen Arnold vom Melchtal überzeugend unbedarft und draufgängerisch. Als er sich weigert, den Steuereintreibern die letzte Kuh auszuliefern, muss er flüchten und Walther Fürst versteckt ihn bei sich. Später muss er erfahren, dass seinem Vater wegen seiner Flucht, die Augen ausgestochen wurden, und möchte sofort Rache nehmen.

Wolfgang Grindemann verkörpert mit feinsinnigem Schauspiel den besonnenen Landammann (Schweizer Amtsbezeichnung für einen gewählten Landrat) Werner Stauffacher aus Schwyz, der sich lange nicht dazu durchringen kann, zu handeln. Seiner Frau Gertrud (Sylvia Heckendorf) gelingt es schließlich, ihn zu überzeugen, sich mit den anderen zu treffen und gemeinsam etwas gegen Gesslers Willkürherrschaft zu unternehmen. Grindemann zeigt wunderbar, wie Stauffacher an seinen Aufgaben wächst. Klingt seine Stimme zunächst zu Anfang des Rütlischwurs noch unsicher, blickt doch alles auf ihn, als einen, der im Glauben an die rechte Sache vorangeht. Gerade, weil er kein Draufgänger ist, folgen ihm die Leute.

Sylvia Heckendorf spielt die starke kluge und emotionale Gertrud Stauffacher hinreißend, In ihrer aufmunternden Rede findet sie genau die richtigen Worte, um ihren Mann an seinem Gefühl und seiner Ehre zu packen — Wenn nicht du, wer dann? Sie hat auch den Mut, Gessler um Nachsicht gegen Tell zu bitten, wenn auch vergeblich. Armin Werners Kostümbild, das bis in das Unterschlagen des Gürtels hinein, die Menschen in ihrem Stand unterscheidet, hebt die Landammann-Frau mit einem geschnürten Mieder und einem farbigen Band, das ihren geflochtenen Haarkranz ziert und das sonst nur Frauen von Adel kaufen, als freie Frau eines Landbesitzers heraus.

Gertrud von Stauffacher, Hedwig Tell (Pia Lustenberger) und Berta von Bruneck (Evelyn Suter) bilden die lebensklugen und emotionalen Frauenfiguren, die in der Dramaturgie des Musicals die Aufgabe übernehmen, ihre Männer und Liebsten aufzurütteln oder zu warnen. Zugleich verbinden die Drei als Frauen aus unterschiedlichen Lebensumständen die Welten von Bauern und Adel.

Pia Lustenberger spielt Tells Frau Hedwig mit großer Natürlichkeit, man leidet mit ihr, wenn ihre Warnungen bei ihrem Mann nichts bewirken, sondern Tell mit seiner eigenen urigen Sturheit seinen Willen durchsetzt, und ihre wachsende Angst ihn nicht berührt. Ausdruck findet Hedwigs aufgestaute Verzweiflung in der Reprise von Mehr verlang ich nicht, um so dramaturgisch abrupter kommt hier ihre Einsicht in die höhere Rolle, die Tell möglicherweise als Person der Geschichte spielen könnte.

Auch Tells Sohn Walter, knabenhaft gesungen und bezaubernd jungenhaft dargestellt von Annette Huber, übernimmt in der Geschichte eine wichtige Aufgabe. Er lernt von seinem Vater in einer besonders liebenswerten und im Nachhinein sehr bedeutenden Szene, dass es beim Schuss des Jägers in erster Linie darauf ankommt, dass man sein Ziel kennt und es konzentriert angeht: Wenn du ein Ziel hast. Der Knabe verinnerlicht diese Botschaft und vermag deshalb letztlich, seinem Vater und sich selbst das Leben zu retten, als Gessler von Tell verlangt, den Apfel vom Kopf seines Sohne zu schießen. Tell weigert sich, Gesslers Befehl Folge zu leisten und will lieber sterben, als sein Kind in Gefahr zu bringen. Doch der gnadenlose Gessler stellt ihn vor die Wahl, mit seinem Sohn zu sterben oder zu beweisen, dass er ein Meisterschütze ist. Dem Vater flimmert es vor Augen, als er zu dem Platz hinsieht, an dem sein Junge steht. Erst als Walter seinen Mentor mit der Reprise von Wenn du ein Ziel hast an sein Credo als Jäger erinnert, gelingt es Tell, mit einem konzentrierten Schuss, die Aufgabe zu erfülllen. Die Walenstädter Inszenierung von Nico Rabenald und Christoph Tölle stellt Walter auf eine überdimensionale Armbrust, die für die Schweizer bis heute das Symbol ihres Nationalhelden darstellt. Der ausgefahrene Pfeil ragt diagonal in den Himmel, dann geschieht unter Einsatz von Pyrotechnik und Rüdiger Benz‘ Lichtgestaltung die Verwandlung. Am Ende hält Walter triumphierend den von Tells Pfeil durchbohrten Apfel in die Höhe.

Die dritte bedeutende Frau im Stück ist Berta von Bruneck (Evelyn Suter), die sich auch dadurch auszeichnet, dass sie ganz der Gegensatz von ihrer Mutter ist. Frau von Bruneck wird von Cécile Gschwind bis an die Grenze des guten Geschmacks als schrille Adlige dargestellt, die gerne mal einen über den Durst trinkt, aber Bauern und Bürger verachtet, und Berta klar zu machen versucht, dass sie sich glücklich schätzen sollte, nicht zu denen zu gehören. Das sei doch kein

Zugleich ist ihr Titel Adlig zu sein neben Höfischer Tanz eine der wenigen Nummern, die es dem Choreographen und zweiten Regisseur Christopher Tölle ermöglichte, sie vertanzen zu lassen. Zugleich gibt diese mit den hellen Kleidern der Ensemble-Damen und dem Verhalten von Frau von Bruneck dem Standesdenken des Adels sehr gelungen Ausdruck. Eine weitere schön choreographierte Szene, die seitens der Bauern und Händler einen Blick auf das Zusammenleben mit dem Adel wirft, ist Wie schön: „Wie schön, wenn Sie gehen, wie schön, wenn Ihr Geld bei uns bleibt“.

Evelyn Suters Berta von Bruneck ist im Gegensatz zu ihrer Mutter eine junge Frau mit ausgeprägtem Empfinden für Recht und Unrecht, der Gesslers Verhalten zuwider ist, und die alles versucht, den jungen Ulrich von Rudenz (Samuel Tobias Klauser) zu überzeugen, sich auf die Seite der Unterdrückten zu stellen, während dieser zunächst an seinem Dienst für den König und Gessler festhält.

Evelyn Suter (alternierende Johanna in ‚Die Päpstin‘ 2011) berührt mit intensivem Spiel und ihrer warm timbrierten Mezzosopranstimme. Im ersten Akt hat sie das harmonische Liebesduett Keine Macht der Welt gemeinsam mit Samuel Tobias Klauser, im zweiten Akt beeindruckt ihre emotionale Interpretation von Einen Schritt zu weit, wenn sie Ulrich vor Augen führt, was für ein Mann Gessler ist, und dass er ihn nur ausnutzen wird.

Der junge Samuel Tobias Klauser überzeugt als Ulrich Rudenz mit liebenswerter Spielfreude und schöner Gesangsstimme. Was in ihm steckt, vermag er jedoch erst in seinem dramatischen Monolog Noch nicht zu spät zu zeigen, als Ulrich erkennt, dass es, trotz des Todes seines Onkels, Werner Freiherr Werner von Attinghausen, noch nicht zu spät ist, sich den Freiheitskämpfern seines Volkes anzuschließen.

Florian Schneider (Titelrolle in ‚Das Phantom der Oper‘), Schweizer Urgestein, spielt Werner Freiherr von Attinghausen, einen der alten Herrscher der Urschweiz. Mit seiner charakteristischen grandiosen Stimme, großer Bühnenpräsenz und inhaltlicher Überzeugungskraft verkörpert er den Motivator des neuen alten Bundes zwischen den Vertretern von Schwyz, Uri und Unterwalden (Wenn ihr nur einig seid), bis hin zum Burgenaufstand. Mit seiner beieindruckenden Rede wirkt er wie König Artus, der in Camelot die Ritter der Tafelrunde aufruft, für die gerechte Sache zu kämpfen.

Nicht zu vergessen ist Patric Scott, der eine interessante, nicht ganz leicht zu durchschauende Rolle spielt. Als Kontrolleur im Dienste seines Onkels, Albrechts I. von Habsburg, und Gast auf Gesslers Burg ist er auf seinen eigenen Machtgewinn aus und liebt — genau wie Gessler — Die Schönheit der Macht: Scott erweist sich in diesem Duett als kongenialer Sangespartner Grassinis. Der teuflische Kopf strebt selbst nach dem Thron des Habsburger Reiches, während ihn sein Onkel als „Johann ohne Land“ an kurzer Leine hält. Schließlich ermordet er ihn und ist als geächteter Königsmörder auf der Flucht.

Das Musical ‚Tell‘ endet damit, dass Johann Tell nach Gesslers Tod aufsucht, um ihn seinerseits zum Machtstreben zu verführen. Vergebens! Tell schwört sogar in seiner Gegenwart, keinen Menschen mehr zu töten und zerschlägt seine Armbrust. Unwillkürlich fragt man sich nach dem Sinn dieses Handelns: Geht es darum, die eine Armbrust zu zerschlagen, mit der er erst auf sein Kind anlegen und schließlich Gessler töten musste? Doch das hätte er längst tun können. Gewiss, Tell ist nicht stolz auf seine Tat, aber überzeugt, dass es richtig war, die Menschen, für die er verantwortlich ist, von dieser Gefahr zu befreien. Das hält er auch Johann entgegen, der seinen Onkel aus reiner Machtgier ermordete, und fordert ihn auf, Buße zu tun und nach Rom zu pilgern.

Viel besser ins Bild passt der Schluss: Als die erfolgreichen Aufständischen Tell als Initiator ihres Freiheitskampfes vereinnahmen wollen, zieht er mit seiner Familie auf seinem eigenen Weg gegen den Strom in der Hoffnung, endlich Frieden zu finden. Und doch, tönt es zum Abschluss von den Damen und den besonders starken Herren des „Tell“-Ensembles: „Erzählen wird man von dem Schützen Tell“, solange wie die Schweiz besteht. Das Finale endet mit einer Reprise des mitreißenden Rütlischwurs, die auch die großartige Leistung der 12 Musiker unter Leitung ihres musikalischen Leiters Andreas Felber abrundet. Gleichwohl wünscht man den klangvollen Kompositionen Marc Schubrings, welche die Geschichte tragen und vorwärtstreiben, eines der großen Staatstheaterorchester, damit das Ganze noch mehr Gewicht erhält.

Nach langer Zeit wieder ein dramatisches Epos, das berührt und mitnimmt, und in dem sich die Worte fügen, als ob sie dorthin gehören.

Barbara Kern


11. Mai 2012
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Die umfangreiche Arbeit von Hans Dieter Schreeb für das Erste und Zweite Deutsche Fernsehen (zumeist in Zusammenarbeit mit Hans-Georg Thiemt) ist fast vollständig auf den Internet-Seiten www.IMDb.de und www.IMDb.com dokumentiert.

Die verschiedenen, sehr unterschiedlichen Fernsehserien und Fernsehspiele aus vielen Jahren findet man hier in den Kategorien Crime, Drama, Comedy, Family, Action, Biography, History und Western.

26. April 2012
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Am 25. April 2012 wurde in Zürich den Schweizer Medien TELL – DAS MUSICAL vorgestellt: Weltpremiere ist am 18. Juli 2012 auf der Walensee-Bühne in Walenstadt.

Autor des Textbuches ist Hans Dieter Schreeb.

Die ersten Reaktionen der Schweizer Presse und ein Interview zum Thema mit Hans Dieter Schreeb finden Sie unter Aktuelles auf dieser Website.

Weitere Informationen unter www.walenseebuehne.ch

6. April 2012
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Die ZDF-Familienserie ›Der Herr Kottnik‹, dreizehn Folgen und alle aus dem Jahr 1974, ist jetzt auch auf DVD zu haben – überall, wo DVD’s verkauft werden.

Autor Hans Dieter Schreeb: »Ich habe Walter Sedlmayr, diesen begnadeten Schauspieler, zum ersten Mal in einer anderen Rolle gesehen, die mein Partner Hans Georg Thiemt und ich ebenfalls für das ZDF geschrieben hatten. Da spielte er in der Serie ›Drei Partner‹ einen Druckermeister, der sich mit Journalisten herumärgern muss. Es war, als wären alle übrigen Darsteller in Schwarz-Weiß zu sehen, Sedlmayr aber in Farbe. Soweit ich mich erinnere, war dies sein erster Auftritt im Fernsehen. Wie auch immer, als wir die ersten Folgen dieser Serie gesehen hatten, beschlossen wir ihm eine Serie ›auf den Leib zu scheiben‹ – der Herr Kottnik wurde es. Es geht darin um Sterben und Erben, das  bürgerliche Drama par excellence. Tragisch, wie Walter Sedlmayr selbst ums Leben kam.« 

Die übrige Besetzung neben Walter Sedlmayr Margot Trooger, Reinhard Koldehoff, und Heidi Treutler. Regie Rudolf Jugert.

 

 
   
   
   
   
   
   
6. Januar 2012

Das ZDF wiederholte die Kult-Serie ›Kurier der Kaiserin‹ von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb – zum achten Mal!
Ab Montag, 13. Februar 2012, wurden die insgesamt 26 Folgen am Stück gesendet, dann noch einmal wiederholt.
(Infos zur Serie unter »Die abenteuerlichste Rolle seines Lebens: Klausjürgen Wussow als ›Der Kurier der Kaiserin‹« auf der Seite Aktuelles dieser  Homepage.)

Und ein weiteres Mal im Fernsehen: Seit dem 13. Dezember 2014 läuft die Serie "Kurier der Kaiserin" ein weiteres Mal in Österreich. Diesmal auf ORF 3.
 

7. November 2011
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Beide Wiesbadener Tageszeitungen - Kurier und Tagblatt - sind voll des Lobes für den neuen Band "Kaiserzeit"

6. November 2011
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»Kaiserzeit« – neu und umfangreicher

Der Bildband »Kaiserzeit – Wiesbaden und seine Hotels in der Belle Epoque« von Detlef Schaller und Hans Dieter Schreeb erschien 2006 und war nach wenigen Monaten nur noch (zu Schwarzmarkt-Preisen) im Internet zu haben.
Im Herbst 2011, fünf Jahre nach der Premiere, werden die beiden Wiesbadener Verlage Axtmann/Chmielorz und Cicero/Vivart eine wesentlich erweiterte zweite Ausgabe des Bildbandes herausbringen. Auf 48 zusätzlichen Seiten erfährt man Neues und Originelles über die Maifestspiele, die bedeutendsten Wiesbadener Kirchen, das Jagdschloss Platte. Aber auch die Bier-, Wein- und Sektstadt Wiesbaden wird lebendig, und ausgewählte Firmengeschichten zeigen: Hier kaufte der Kurgast ein! Und der betuchte Wiesbadener auch!
Insgesamt erzählt der Bildband genau das, was sein Titel verspricht: Er stellt Wiesbaden und seine Hotels in der Belle Epoque vor. Wiesbaden war in der Kaiserzeit, in den Jahren zwischen 1870 und 1914 also, der Kurort des Kontinents, übertraf in seiner Bedeutung Baden-Baden, Karlsbad oder Aix les Bains, war mondäner als Nizza oder Monte Carlo. Hier lebten ebenso viele Arme der Ärmsten wie Superreiche, zahlreiche Rentiers und Privatiers, die Stadt hatte mithin eine äußerst ungewöhnliche Sozialstruktur.
Das Badhotel und das Badhaus – vor allem ›die Kur‹ – waren eigene Lebensformen mit sehr eigenen Riten. In den Details sind sie uns fremd geworden; in den Texten und Bildern des Buches werden sie wieder lebendig. Man sieht die Fassaden, Empfangsräume, Suiten, Ballsäle, die marmorverkleideten Badezimmer und vergoldeten Treppenaufgänge der Grand Hotels, liest die Speisekarten von Gala-Diners. Gleichzeitig erfährt man aber auch vom Leben der ›dienstbaren Geister‹, wie man damals sagte. Besitzer der ›Privathotels‹ waren oft ehemalige Oberkellner oder gewesene Portiers; die großen Hotels der Stadt gehörten teils Aktiengesellschaften, teils Kommanditgesellschaften. In typischen Beispielen wird der Leser mit Entstehung und Schicksal der bedeutendsten Häuser vertraut gemacht. Man wird über den ›Sonntagsspaziergang‹ und die ›Milchkuranstalten‹ informiert, aber auch über das angemessene Benehmen auf der ›Wilhelmspromenade‹. Mit einem Satz, man erfährt von Alltag und Sonntag in dieser besonderen Epoche.
Der besondere Reiz des Bildbands liegt darin, dass alle Bilder ehemals als (kolorierte) Postkarten begonnen haben. Die Illustration ist dadurch wesentlich lebendiger als bei Schwarz-Weiß-Fotos aus dieser Epoche.
 

7. Juni 2011
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Wieder da: »Drei Frauen im Haus/Vier Frauen im Haus«
Die kompletten Kultserien in einer Box (4 DVDs)

Autoren Hans Dieter Schreeb und Hans Georg Thiemt
Darsteller Magda Schneider, Heinz Engelmann
Regie Hermann Leitner

Eine Familienserie aus den Sechzigern mit einer Konstellation, die heute noch verblüfft: In einer kleinen Autowerkstatt, einem der typischen Familienbetriebe aus der Zeit, der Männerdomäne schlechthin, arbeiten drei Frauen; in der zweiten Staffel der Serie sogar vier. Und zwar mit Schraubenschlüsseln in und Öl an den Fingern.

Serien und speziell Familienserien wurden damals nach einem klaren Schema gestrickt. Die Regeln – 24,30 Minuten Handlung, 5,30 Minuten Werbung drum rum, und fertig war ein ›Vorabend‹-Programm – übernahm man aus den USA, wo solche Seifenopern schon seit Jahrzehnten produziert wurden. Für Deutschland waren sie Mitte der Sechziger immer noch relativ neu. Auch die Dramaturgie folgte den amerikanischen Vorgaben: Jeweils eine in sich abgeschlossene Geschichte, die von den immer gleichen Hauptdarstellern der Serie erlebt und erlitten wurde und eine Pointe am Schluss. Gab’s keine Pointe, dann zumindest etwas Aufbauend-Positives. Die Figuren wurden nicht älter und sie lernten nicht aus ihren Erfahrungen. Wer kriminell auf die Welt gekommen war, blieb es bis an sein Ende und wer gütig-fürsorglich gestimmt war, blieb es auch.

Da die Macher der Serien – Produzenten, Redakteure, Regisseure, aber auch die Autoren – nicht selten aus dem gerade untergehenden deutschen Fünfziger-Jahre-Kino stammten, hatten ihre Arbeiten oft einen betulichen Ton und drehten sich gern um Pseudo-Probleme: Ehefrau trifft während einer Bahnfahrt zufällig ihren Ex-Liebhaber wieder und wie das nun dem guten Papi zu Hause erklären?

Dass die Serie Drei bzw. Vier Frauen im Haus in der Arbeitswelt angesiedelt wurde, hatte einerseits mit dem Zeitgeist und andererseits mit den Strukturen innerhalb des ZDF zu tun. Der Zeitgeist ging auf ›68‹ zu; in den Kinos fand der Heimatfilm sein Ende und die Nouvelle Vague, der Autorenfilm und sogar New Hollywood mit Bonnie & Clyde und anderem Unerhörten machten sich breit. Tod dem Kitsch! Und, seltsamer Zufall, beim Zweiten Deutschen Fernsehen wurden die ›Vorabend‹-Programme (in der ARD hießen sie auch ›Werberahmen‹-Programme) zu der Zeit nicht vom Fernsehspiel, sondern von der Hauptabteilung Dokumentarspiel und damit von dessen Leiter Dr. Wolfgang Bruhn verantwortet. Das Dokumentarspiel wollte Fiktion mit Fakten verbinden. Nach der Vorstellung von Dr. Bruhn waren Dokumentarspiele im besten Fall »eine glückliche Vereinigung von konzentrierter Information, tiefster Bewusstseinsbildung und hervorragender Unterhaltung«. Einige erstaunliche, heute noch sehenswerte Erfolge gelangen; die Mehrzahl der Fälle blieb in Papier und guten Absichten stecken.

Wie auch immer: dem Hauptabteilungsleiter war die Widerspiegelung der Realität auch im Vorabendprogramm eine Herzensangelegenheit und damit auch andere als die bislang üblichen Geschichten um Ärzte und Förster. Sie sollten lebensechter sein.

Bei Hans-Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb, den Autoren der Serie Drei Frauen im Haus / Vier Frauen im Haus, musste er wenig Überzeugungsarbeit leisten. Thiemt hatte seine Filmlaufbahn als Kameramann der Kriegswochenschau begonnen; er hatte sich vor russische Panzer geworfen, um ungewöhnliche Bilder zu bekommen. Die besten seiner Aufnahmen wurden nie öffentlich gezeigt, aber immerhin zweimal mit dem EK I belohnt. Nach Krieg und Kriegsgefangenschaft ging er zur DEFA und war über Jahre Regieassistent von Wolfgang Staudte. Ihm brauchte man über Realität und wie sie im Kino gern verleugnet wurde, nichts erzählen. Sein Partner Hans Dieter Schreeb hatte als Journalist und Zeitungsredakteur begonnen. Auch er fragte lieber: Wie ist es? statt: Wie sieht es am originellsten aus? 

Die erwähnte »hervorragende Unterhaltung« durfte selbst­verständlich auch nicht aus den Augen verloren werden. Was nicht in den Drehbüchern stand, mussten die Akteure und die Regie hinzufügen. Hermann Leitner, der Regisseur, hatte eine glückliche Hand bei der Besetzung der Hauptfiguren: Mutter Lenz besetzte er mit dem Ex-Filmstar Magda Schneider. Zu der Zeit waren ihre Kinofilme noch unvergessen; dass sie die Mutter von Romy Schneider war, interessierte nur die Bunten Blätter. Heinz Engelmann spielte den Chef des Hauses. In jungen Jahren war er in Propaganda-Filmen wie Drei Unteroffiziere und U-Boote westwärts! als aufrechter blonder Recke aufgefallen, später als Stahlnetz-Kommissar. Volker Kraeft hatte in dieser Serie eine seiner ersten Fernseh-Rollen; er machte später eine steile Karriere.

Und warum nun Drei bzw. Vier Frauen im Serientitel? Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür. Die Verwirrung, die damit angerichtet wurde, erklärt sich aus dem 13er-Prinzip, wie man es ebenfalls aus den Vereinigten Staaten übernommen hatte. Dreizehn Folgen bildeten demnach eine Serie; waren sie ausgestrahlt, war die Serie zu Ende. Das Prinzip hatte absurde Folgen. So bekamen die deutschen Fernseh­zuschauer von der spannenden Krimiserie Auf der Flucht nur 26 von insgesamt 120 Folgen zu sehen. Von der Westernserie Cowboys wurden gar nur 13 der insgesamt 217 Folgen gezeigt. Tausend Folgen Lindenstraße hätte sich damals niemand vorstellen können; warum auch?

Meinungen und Bewertungen von Käufern der DVD "Drei Frauen im Haus" und "Vier Frauen im Haus" unter dem Titel "Top-Rezensionen" auf der Seite Aktuelles dieser Homepage.

1. Januar 2010
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Seit Januar 2010 zu haben: Tatort ›Tote reisen nicht umsonst‹
von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb

Vor dreißig Jahren, am 21. September 1980, wurde zum ersten Mal der Tatort ›Tote reisen nicht umsonst‹ des Autorengespanns Thiemt und Schreeb ausgestrahlt. Er wurde zum Klassiker. Bislang wurde er sechs Mal gesendet, allein zweimal im ARD-Programm.
Inhalt: Manfred Ottmann ist Geschäftsführer der kleinen, florierenden Wohnmobilfirma in Saarbrücken. Die Firma gehört seiner Frau, was sie ihn bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Dafür rächt er sich. In einer französischen Kleinstadt kurz hinter der Grenze hält er eine Freundin aus. Er besucht sie regelmäßig, wenn er Wohnmobile nach Südfrankreich überführt. Die Amoure bringt Ottmann in finanzielle Schwierigkeiten, die er mit dem Griff in die Firmenkasse löst. Seine Frau kommt dahinter und sperrt ihm den Zugang zu den Firmengeldern.
Mit Hilfe der Geliebten entwickelt Ottmann einen Plan: Bei einem vorgetäuschten Einbruch in die eigene Wohnung will er sich das Schwarzgeld seiner Frau aneignen; Christine wird ihm ein überzeugendes Alibi verschaffen. Aus dem Einbruch wird eine Tragödie. Was Ottmann nicht ahnen kann und was den Reiz der Story ausmacht: Während er seinen Plan in die Tat umsetzt, sucht Kommissar Schäfermann ihn als Zeugen in einem anderen Fall, ist ihm Stunde um Stunde auf den Fersen ...

Kommissar Schäfermann: Manfred Heidmann; weitere Mitwirkende Dirk Galuba, Beatrice Kessler und Corny Collins. Regie: Rolf von Sydow. Reichhaltiges Bonusmaterial auf der DVD.

Leserstimme bei Amazon: »Ein interessanter Fall aus einer längst vergangenen Zeit. Wer sich für die späten 70er bzw. frühen 80er begeistert, sollte sich diese DVD nicht entgehen lassen. Meiner Meinung nach ein wesentlich besserer TATORT als manch moderne Folge.«

1. November 2008
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In einer Sonderedition ›Die 1980er Jahre‹ bietet die ARD drei ungewöhnliche ›Tatort‹-Fälle in einer Box, darunter ›Tote reisen nicht umsonst‹. Autoren: Hans Dieter Schreeb und Hans-Georg Thiemt.
Werbetext der ARD: »In den 1980er Jahren bringen neue Ermittler und Ideen frischen Wind in den Tatort. Die spannendsten Fälle des Jahrzehnts bestreiten Horst Schäfermann in Saarbrücken, der Hamburger Ermittler Stoever sowie Horst Schimanski in Duisburg.«
Hans Dieter Schreeb dazu: »Die Auswahl macht stolz! Traurig, dass mein Partner Hans-Georg Thiemt es nicht mehr erlebt hat.«
Zu den drei Tatort-Fällen gibt es auf der DVD exklusives Bonus-Material. Unter anderem:

Tatort-Drehbericht: "Tote reisen nicht umsonst"
Wir über uns: Tatort - Von der Schwierigkeit, Millionen zufrieden zu stellen
Die legendären Tatort-Kommissare (41 min)
Einblick: Tatort muss nicht Drehort sein - wo Tatort-Krimis wirklich entstehen

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